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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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118
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1l8 Die Insel Java.

sind Schule» für die Indianer, welchen mahomedanische Priestervorstehen.

Obgleich das Publikum Vorstellungen auf der Bühne sehr liebt,und dafür keine» Aufwand scheut, findet man doch keine Schauspie-ler von Beruf. Pfpffer meint, daß eine gute Schauspielergesellschaftzu Batavia bald ihr Glück machen konnte. Bisher spielten nur Liebha-ber, von denen wirklich nicht selten einer abgehalten, der andere ausLaune, wegblieb, und dadurch die Aufführung des Stückes unmög-lich machte. Frauenzimmer übernehmen keine Rollen, und so mußtenMänner die Weiberrollen spielen. Das Schauspielhaus zu Wel-tev reden ist ein schönes Gebäude.

Das vornehmste und am meisten besuchte Gesellschaftshaus istdie Harmonie zu Rpswpk, wo man jeden Abend Gesellschaftfindet. Die Concordia zu Batavia wird meist von Kreolen undKreolinnen, und wenig von Europäern, besucht. Freimaurerlogensind zu Jakatra, Batavia, Samarang und Surabaya. Im Freienist alle Sonntage und Donnerstage, Nachmittags um 5 Uhr, Musikin Weltevredeu, wo das Musikkorps der dortigen Truppen spielt.

Seit etwa drei Jahren werden Wettrennen auf der Königseben«(Köni'gspleiu), nahe bei Weltevreden, gehalten.

Die Kreolen, oder Abkömmlinge von europäischen Väternund indischen Müttern, werden auf Java überall Liplappcn ge-nannt. Es läßt sich wenig Gutes von ihnen sagen, denn sie besitzenaste, den Indianern und Europäern eigenthümlichen, Untugenden ver-einigt. Die liplappischen Jünglinge erhalten eine oberflächliche, schlechteErziehung, indem ihre Aeltern, wenn sie auch noch so reich sind, Be-denken tragen, ihre Söhnchen nach Europa auf Schulen zu schicken,oder sie auf Java einem geschickten, braven Manne anzuvertrauen. Zorn, Rachsucht und Lügen sind die ersten Neigungen, die inihnen entwickelt werden, und stufenweise, aber sehr frühe, werdenauch alle Leidenschaften ausgebildet. Mancher Vater dieser Unglück-lichen, den man übrigens einen rechtschaffenen Mann nennen würde,sorgt für seine Kinder oft weniger, als für seine Pferde. Diese