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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Lissabon, lind Portugals Bewohn».

etwas abgerundetes Holz lag da, wo der Hals aufhört, und derRückgratknochen, oder Nacken, anfängt, und erstreckte sich über beideZugthiere. Zwei runde Stecken, welch« durch dieses Holz gingen,liefen zu beiden Seiten des Halses herab, und waren unter demsel-ben mit einem Riemen verbunden, wodurch das Holz oder Joch,von dem Nacken abzuweichen verhindert wurde. In der Mitte desJoches war eine starkgliedrige Kette befestigt, in welcher die beweg-liche Stange hing, die dem Pfluge als Deichsel diente. Die Ochsenbewegten sich leicht, hatten die Köpfe frei, und der ungeschicktesteKnecht legte ihnen dieses einfache, fast nichts kostende Geschirr an.

Als v. Weech den freundlichen Landmann verlassen wollte, er-suchte ihn derselbe, mit portugiesischer Höflichkeit, in seinem Hause,in klonte moro novo zuzusprechen, und sich mit einem Glase Milchzu erfrischen. Er versprach es, und sehte seinen Weg fort. Balddarauf spannte der Landmann aus, und eilte auf einem kürzerenWege seinem Dorfe zu. Ehe v. Weech dieses, der Straße folgend,erreichte, begegnete ihm ein schweres Fuhrwerk, mit vier Ochsen be-spannt, die auf die erwähnte Weise angespannt waren. Vor ihnengieng, einem eigenen Gesetze gemäß, der Führer her. Er trug, nachaltrömischer Sitte, in der Hand einen, mit einer eisernen Spitzeversehenen Stab, um die Thiere leiten, und zur Arbeit antreibenzu können. Der Stab muß die gesetzliche Länge haben, und darfdie Ochsen vor dem Karren nur schwer erreichen, damit der Führerselbst genöthigt ist, in der Nähe der Ochsen zu bleiben. Der Karrenwar so, wie die im Oriente, und wird durch zwei runde Scheiben,die aus sehr dicken Brettern verfertigt und an den Achsen befestigtsind, fortbewegt. Da sich die Räder mit der Achs« umdrehen, alsodie ganze Last der Ladung auf beiden liegt, entsteht eine heftige,den Gang des Fuhrwerks sehr erschwerende, Reibung, die ein lau-tes, höchst unangenehmes Knarren verursacht. Weit entfernt, aufVerminderung dieses lästigen Geräusches, und der Reibung des Kar-rens durch Anwendung fetter Materien bedacht zu sein, bemühen sichdie Portugiesen, das Knarren ihres Fuhrwerkes noch zu vermehren,und behaupten, es sei äußerst nützlich, um die Raubthiere damit zuvertreiben, und wenn man sich in einem Hohlwege befinde, den Ent-gegenkommenden zu benachrichtigen, daß er mit dem Fuhrwerk warte.

Als v. Weech in klonte moro novo ankam, fand er den Land-