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Jahrbuch der Reisen und neuesten Statistik / in Verbindung mit einigen Gelehrten herausgegeben von Karl Friedrich Vollrath Hoffmann
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Die Pampas und ihre Bewohner. 191

daoon erzähle, sei mir eine kurze Beschreibung der Kleidung, derZäumung und des Sattels erlaubt, wie sie auf dem ungeheurenLandstriche dieses Theiles von Südamerika üblich sind. Die Eigen-thümer großer Viehwaiden, die Oberhirtcn und überhaupt die wohl-habende» Personen, tragen eine Jacke und weite Hosen von grobem,blauem Tuche, und Westen von Pers. Um den Kopf binden sie einTuch, und sehen «inen kleinen runden Hut darauf, der weder gegendie Sonne, noch gegen den Regen schützt. Statt der Stiefel oderSchuhe bedienen sie sich der Haut, welche von den Hinterfüßen derPferde abgezogen und gegärbt wird. Die ganze Kleidung wird mitdem Poncho bedeckt, der aus einem Stücke Baumwollenzcug besteht,das in der Mitte eine Oeffnung hat, um den Kopf durchzustecken,und an beiden Seiten des Körpers offen ist, so daß nur die Schul-tern und ein Theil der Oberarme bedeckt werden. Die Unterhirtensind gewöhnlich so arm, oder so verschwenderisch, daß sie kein« an-dere Kleidung besitzen, als die erwähnten Stiefel, ein Paar weiteHosen von Baumwollenzeug und die Chiripa, ein grobwollcnes Tuch,das sie mit einem Riemen um die Lenden befestige». Statt des Hem-des bedecken sie sich mit dem Poncho. Da diese Leute keinen andernAnzug haben, sind sie oft sehr besorgt, ihn zu schonen. Wenn siein der wärmeren Jahreszeit vom Regen überfallen werden, ziehensie ihre ganze Kleidung aus, und bringen sie unter die Bedeckungdes Sattels, während sie ihren Dienst vollkommen nackt verrichten,und mehre Tage in diesem Zustande zubringen. Auf die Zäumungihres Pferdes wenden sie manchmal ihr ganzes Vermögen; der Zaumund das Gebiß sind noch dieselben, welche die Mauren in Spanieneinführten, und die von den Entdeckern Amerikas auch hierher ge-bracht wurden. Die Zügel sind äußerst künstlich aus den feinenStreifet» einer rohen, vorher in geschmolzene!» Talg eingeweichten,Haut geflochten. Aus demselben Material und auf die nämliche Artwird das Kopfgestell verfertigt. Der Sattel besteht aus einem dün-nen, ungefähr zwei Fuß langen, und ganz mit Leder überzogenenKiffen. Dieses wird mit einer Gurte, welche aus Riemen zusam-mengesetzt ist, und . deren Enden in zwei große eiserne Ringeausgehen, auf das Pferd befestigt. Ueber das Kiffen (Immliillo)kommt ein Schaffell, das gewöhnlich mit Indigo gefärbt, und voneiner breiten Gurte auf dem Sattel festgehalten wird. Unter ihm