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und so kam es, daß seine Angehörigen nach den damaligen Verhält-nissen eine glückliche Zukunft sür ihn voraussahen, wenn er sich der»Gottesgelahrtheit« widmen würde; denn hätte er es nur einmal zumwohlbestallten Psarrherrn gebracht, so — meinten sie — sei seinGlück gemacht. Der kleine schwächliche Johannes durste also seinBücherränzlein in die Klosterschule zu Hirsau und Maulbronn tragenund endlich im theologischen Stifte zu Tübingen aus öffentliche Ko-sten studiren.
Aber der große Geist, der in dem Jünglinge schon damalserwachte, schrak zurück vor der starren Forderung des Köhlerglau-bens an die Worte seiner Lehrer, und selbst deren Gelehrsamkeit undBerühmtheit konnte den aufstrebenden jungen Riesengeist, der bereitsbegann selbstständig zu denken und zu urtheilen, nicht einschüchtern,und so wie er sich der Dictatur seiner »hochgelahrten Professoren« inkeiner Weise beugte, ebenso wandten auch diese, in ihrem Gelehrten-stolze verletzt, dem selbstdenkenden Jünglinge ihr Wohlwollen nichtzu; — er erhielt am Ende kein anderes Zeugniß: als daß er sichdurch Rednertalent ausgezeichnet habe .... ja der künftigeHeros der Wissenschaft des Himmels wurde von seinen in ihremStolze verletzten Lehrern mit so gewöhnlicher Elle gemessen, daßdiese erklärten: »er sei untauglich, Mitarbeiter an der würtem-bergischen Kirche zu sein.« — Um die künftige Pfarrherrnstelle wares also geschehen. — So konnte denn der zwanzigjährige Jüngling,dessen tiefdenkender Geist sich mit Vorliebe dem,Studium der Philo-sophie zuwandte, auch keine Früchte pflücken in einem Garten, dessenHüter ihn sür einen untauglichen Arbeiter erklärten und nur die Her-ausgabe seiner bald sehr beliebten »Kalender« und das leidigeStundengeben erwarben ihm den nothdürstigen Unterhalt.
Im Baterlande also begann des jungen Johannes Lebenssonnegar trübe zu leuchten: denn »die Seinen erkannten ihn nicht . . . .«
Aber du weißt ja, lieber Leser, wie selten würdiget das eigeneVaterland den Werth seiner Kinder! Meist ruft es die Verkannten