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tik an der Universität Tübingen , vom 9. September 1600, Aus-schluß. Er beklagte sich hierin über die Langsamkeit der Erledigungendes Hofes, da er damals bereits mit Tyho Brahe in Prag wegenseiner llebersiedclung nach Böhmen in Briefwechsel stand; er ahnteaber gar wohl, daß er bei dem geldarmen und machtlosen KaiserRudolf, welcher vor lauter Schauen aus die Sterne des Himmelsdas Erbleichen seiner eigenen Sterne auf Erden nicht wahrnahm, aufkein gesichertes Einkommen würde rechnen können. Tyho Brahe drangin ihn, nach Böhmen zu kommen; aber Keßler schwankte und wollteim dunklen Vorgefühle der Trauerscenen, die er in Böhmens Haupt-stadt erleben sollte, zuerst allein nach Prag gehen, seine Familie aberin Linz zurücklassen, und wenn er sich in Böhmen nicht wohl befindensollte (si magna sint ineommoda futura), so wollte er nachLinz zu-rückkehren und mit seiner Familie wieder nach Württemberg gehen, sichden medicinischen Studien widmcn»uud—meinte er—eine kleine Pro-fessur (parvam professiunculam) werdet Ihr wohl für mich haben.«
Dieses Schreiben wirft auch Licht auf seine damaligen häus-lichen und Vcrmögensverhältuisse; Keßler bekennt: daß seineGattin aus einem wohlhabenden Hause stamme, daß aber ihrVermögen ganz in liegenden Gütern bestand, welche schwer verkäuf-lich waren. Er spricht sodann von dem strengen Befehle des Kaisers,daß diese Güter seiner Frau binnen 45 Tagen veräußert oder verpach-tet werden müßten — und hier spricht sich wieder der tiefe religiöseSinn des großen Mannes aus, indem er beisetzt: »Schwer treffenmich diese Anordnungen, aber ich hätte nimmer geglaubt, daß es sosüß sei, für die Religion und für die Ehre Ehristi mit seinen BrüdernSchaden und Spott zu leiden, Haus, Hof, Freunde und Vaterlandzu verlassen.«
So schrieb der große Gelehrte, welcher übrigens bereits eine ausge-dehnte Korrespondenz mit anderen Gelehrten seines Faches, z. B. mitGaliläi, unterhielt, gedrückt von kleinlichen Lebensverhältnissen, anseinen alten Lehrer. Aber Meister Möstlin hatte für ihn wenig Trost: