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»Bon einer kleinen Professorsstelle in Tübingen, « meinte er, »sei der-zeit keine Rede .... er wisse seinem lieben Schüler in der Thatdießmal nicht zu rathen und Alles, was er für ihn thun könne, sei.beten.!«
Man sieht, daß es den damaligen Gelehrten nicht so ging wieden jetzigen, welche, wenn sie einmal einen Ruf erlangt haben, sichmit einer »professiuncula* nimmer begnügen, sondern Band undOrden, Titel und Geschenke beanspruchen und — was die bevorzug-ten Herren Schüler Aesculap's anbelangt, sich Tausende zahlen lassen,wenn sie an das Krankenbett irgend eines Nabobs berufen werden.
Der junge Aar, welchem somit kein sicherer Horst in den Fel-senwarten des alten Roricums gegönnt wurde, fand aber bald eineandere Lust für seinen Sonnenflug.
Kaiser Rudolf II. , der große Freund, Kenner und Schätzerder Wissenschaft, bot dem jungen Astronomen an der Seite des be-rühmten Dänen Thcho-Brahe eine sichere Stätte für seine Studien.
In Prag, der uralten Stadt der Ezechen, arbeitete nun Johan-nes Kepler wacker und höchstinteressant sind die Briese, welche ervon dort an verschiedene Gelehrte über seine Forschungen und wissen-schaftlichen Erfolge schrieb. Dort veröffentlichte er auch in SchumannsDruckerei sein Prognostieon auff das Jahr nach der gnadenrei-chen Gehurt unsers Herrn und Heylandes Jesu Christi (dergewöhnlichen Rechnung) 1605 sampt eines ausführlichenVerzeichnuss wie das Gewitter verschienenen 1604 Jahressich von tag zu tag alhie zu Prag angelassen vnd mit demHimmel verglichen, item einem gründlichen Bericht vonerscheinung eines vngewoehnlichen Newen Sternens, gestelltauf den Pragerischen Horizontem durch Johann Kepplernroem. kay. May: Mathematicum; auch erschien im Jahre 1609bei Paul Sesse die höchst interessante „Antwort Joannis Keppleri8. C. M. Mathematici auff D. Helisaei Röslini Medici et Phi-losoph! Diseurs Von heutiger Zeitbeschaffenheit und wie