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1 (1830) Die Genesis der gegenwärtigen Rechtsphilosophie
Entstehung
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2 /,4 IV. Buch. I. Abschn. Di c Philosophie Schellings

nente Entgegensetzung ihrer ursprünglich zugleich seyenden Wir-kung in Subjekt und Objekt entsteht Bewußtseyn >). Es istalso die allgemeine Vernunft, welche sich nach Schelling han-delnd zum Gegenstände macht, den sie als Denken wieder be-schaut (Subjektobjektivirung). Als Objekt macht sie sich aberzu vielem und besonderem in den Dingen in den einzelnenMenschen wie das Ich Fichte's in seinen Vorstellungen; wäh-rend sie in so ferne sie Subjekt bleibt und sich von dein Objektunterscheidet als Wissen immer das eine und allgemeineist (Identität des Allgemeinen und Besondern). Denn wie-wohl sie nur in den einzelnen Menschen, als empirisches Ich,wirklich weiß und erkennt, so ist doch dieses Erkennen alssolches ein Allgemeines, und jeder hat das sichere Gefühl, das;sein Wissen, nicht er als Individuum, daher nicht willkührlich,sondern nur die Wirkung einer allgemeinen Wahrheit, dahernothwendig ist.

Statt des Mikrokosmus ist so der Makrokosmus wiederhergestellt und das an jenem beabsichtigte Gesetz auf ihn über-tragen. Es besteht nun wieder eine Welt, die nicht die Ur-täuschung in sich trägt, das; der, welcher sie selbst ist, sie füretwas außer ihm hält; sondern für das individuelle Ich, demsie außer ihm erscheint, ist sie es auch in der That. Dennochist die Möglichkeit der Vorstellung, an der auch dieses Systemzuerst herauswächst?) gerettet. Kant gelangte nicht zu ihr,weil er Vernunft als ruhend betrachtet, und sie deshalb vornReellen völlig scheidet. Fichte gewann sie durch die Identitätdes Selbstbewußtseyns, das handelnd beydes ist. Schelling

1) Ideen zu einer Philosophie der Natur S. 136.

2 ) a- a. O. Einleitung.