2,4 IV. Buch. I. Absch». Die Philosophie Schellings.
nigfachen Durchdringung begriffen, in welcher ein stctcS Auf-wärtssteigen von der Vorherrschaft des Realen zu der desIdealen statt findet — der Prozeß der Potenzen. Der Mensch,die Persönlichkeit ist selbst nur eine Stufe in diesem Prozesse;denn das Absolute, das nur als zugleich Reales und Idealesbesteht, ist schon in dieser Doppelhcit wirksam, bevor es dieseStufe erreicht, schon in den untersten Naturprodukten. NachSchelling ist daher nicht mehr, wie bey den Früheren, Objektund Reelles dasselbe; denn es giebt kein Objekt, in welchemnicht schon die ideelle Seite wäre, in den Dingen selbst istschon die göttliche (allgemeine) Vernunft, ohne das könntensie keine bestimmten begränzten Dinge seyn, und auch nichtvon uns als den Trägern der allgemeinen Vernunft erkanntwerden >). Der Prozeß der Potenzen bleibt aber nicht stehenbey dem Menschen; die Verhältnisse unter den vielen Men-schen, und die wirklichen Begebenheiten in der Welt, da siedoch selbst nichts anderes als die Wirkungen jener allgemeinenVernunft seyn können, müssen aus ihm erklärt werden. Esist zu zeigen, wie das Absolute mit derselben Nothwendigkeit,mit der es die (d. l. die bestimmte, vorhandene) Natur, soauch der Staat und die Geschichte, wie sie sich wirklich zu-getragen hat, werden mußte. Jedes Ding, jedes Verhältniß,jede Begebenheit, alles was da ist, oder auch nur als Gedankebesteht, kann nur das Ergebniß dieses Prozesses seyn. Hier
lii Es war im Systeme Schellings durchaus keine Gefahr, daßder Geist verko'rperlicht werde, wie der Name Naturphilosophiebefürchten machte. Die Natur wird gerade durch diesen Prozeßselbst zu einem zwar nicht Verstehenden, aber doch Verständigen,Verstand an sich Tragenden. Die Gefahr war im Gegentheilnur die, daß das Reelle an ihr verloren gehe, und sie ein bloßerAbdruck von Gedankenformen werde.