einen der größten Vorzüge der Freien, waffengeübt zusein, um an den Kämpfen fürs Vaterland und für dieFreiheit Theil nehmen zu können; Schmach und Ver-achtung folgte Denjenigen, welche ohne unabweiölicheHindernisse an solchen Kämpfen und Gefahren für dasallgemeine vaterländische Interesse nicht Theil nahmen.Volksfeste und Kämpfe, mit der Religion in Verbin-dung stehend, erzeugten jene Waffenübungen, welchejenen Muth und jene Körperausbildung beförderten,wodurch sich die Völker der alten Geschichte so vvr-theilhaft auszeichneten. Wenn man auch eine ähnlicheAusbildung bei den rohen Nationen unserer Zeit nochheutigen Tages findet, so sind es doch weniger cdlereUrsachen, welche solche beförderten, als vielmehr Selbst-erhaltung, Rache und Beute, die die höhern Triebfedernersetzen.
Auch die germanischen Völker hielten es in denältesten Zeiten durchaus für die männlichste Tugend,waffengeübt zu sein und Körpergewandtheit zu besitzen.Wenn sie hierzu auch durch ihre eigenthümliche Lebens-weise und durch die Gefahren, welche sie stets umgaben,hingeführt wurden, so verbanden sie doch damit jeneVaterlands- und Freiheitsliebc, welche der materiellenKraft erst ihren Adel und geistigen Schwung verleiht.Die kriegs- und waffeukundigen Römer lernten bei denGermanen, wie es auch viele Kämpfe unserer Zeit be-weisen, daß ein freiheits- und vaterlandsliebendes Volkschwer oder gar nicht zu unterjochen ist.
Da wo es die heiligsten Interessen gilt, Liebe zumFürsten, zum Vaterlande, zur Freiheit, da wo Alles,das Glück, das Eigenthum, die Existenz des Einzelnenbedroht und gefährdet ist, und alles in Frage gestelltwird, was dem Leben Werth und Bedeutung giebt,