kann da der Mann wohl etwas Geringeres, als Ge-sundheit und Leben einsetzen? Und wenn dieö als Wahr-heit feststeht, sollte da nicht jeder Staat auch solcheEinrichtungen treffen, daß jeder Einzelne sein Leben zuschützen und zu vertheidigen vermag, und das Ganzewiederum durch einen Organismus verbunden wird,der mit den Fortschritten der Civilisation Hand inHand geht?
Wenn auch Jahrhunderte zeigen, daß sowohl Ver-feinerung als politische und innere Staatsverhältnissedie Wahrung der allgemeinsten Interessen einem kleinenTheile des Volks überlassen oder selbst Fremdlingenanvertrauet wurde, so hat man nichtsdestoweniger dochschon lange gefühlt, daß nur ein ganzes in den Waf-fen geübtes Volk seine heiligsten Interessen selbst zuschützen vermag, jedoch war es ebenso schwierig, diegesellschaftlichen wie bürgerlichen Verhältnisse damit zuvereinen, und es gehörten stets große und eingreifendeMomente dazu, um den Bürger selbst davon zu über-zeugen, daß er der sicherste Träger seiner Interessen ist.
Die Spanier, Portugiesen, die Schweizer, die Nie-derländer und die Deutschen hatten solche Momente,wo jeder Mann es für Pflicht hielt, seine persönlichenInteressen dem Vaterlande hintennach zu setzen, fürdasselbe Alles zu opfern und für dasselbe zu kämpfen,doch diese Begeisterung verschwand meistens mit derAbnahme der Gefahr, und ward immer nur erst nachgroßen Opfern und Leiden hervorgerufen. Preußenallein bauete auf die Begeisterung vom Jahre 1813weiter und jeder Staatsbürger ist davon durchdrungenund durch Vaterlands- und Fürstenliebc gehoben davonbeseelt, daß Jeder die Verpflichtung habe, den Königund das Vaterland zu schützen und zu vertheidigen.