Seine erste Unternehmung war die Belagerung vonGreifenhagen, dessen Mauern nach zwei Tagen so in der,Grund geschossen waren, daß der Kommandant den Ortam 2L. Dezember verlassen mußte. Nach diesem Verlustglaubte der Graf Schaumburg nicht stch langer in seinemLager bei Garz halten zu können, ohne Gefahr gänzlichaufgerieben zu werden. Er trat daher noch im MonatDezember seinen Rückzug auf dem rechten und linken Oder-ufer nach der Gegend von Frankfurt an. Er war genö-thigt diesen Rückzug unter immerwährenden Gefechten zumachen, verlor dabei viele Leute und würde noch mehreingebüßt haben, wenn nicht der Kommandant von Küstrtnden Durchzug der Kaiserlichen verstattet, ihn eine Stundedarauf aber den Schweden abgeschlagen hatte. Vermuth-lich wurde dadurch Frankfurt auf einige Aeit noch geret-tet und Schaumburg sah sich im Stande in der Neumarkzu verweilen.
In Pommern behielten die Östreichs noch Colberg,Demmin und Greifswald besetzt, welche Orte von denSchweden nun blokirt wurden.
Auf der einen Seite müssen wir den Unternehmungs-geist Gustav Adolphs, das Vertrauen auf seine Talenteund auf die Fehler seiner Feinde bewundern/ womit er,das unglückliche Beispiel des Königs von Dänemark ver-gessend und die Resultate eines Kalküls der bloßen physi-schen Massen verachtend, mit so wenig Kräften sich dasgroße Ziel setzte, der Beschützer der protestantischen Reli-gion, der Befreier Deutschlands von dem Joch des öst-reichschen Hauses, und vielleicht noch mehr zu werden.Von der andern Seite muß diese schnelle Veränderungder Angelegenheiten unsern Blick auf stch ziehen/ wodurchdie Übermacht des Kaisers so sehr verschwand, daß er den