Buch 
9 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Gustav Adolph, Turenne, Luxemburg und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
32
JPEG-Download
 

32

wurde. Diesen glücklichen Umstand benutzte er, eröffnetesogleich die Tranchüen, und die Garnison, noch 1500 Mannstark, ergab sich nach wenig Tagen Widerstand am16. Juni*), obgleich der Ort durch Pcrusi's vortrefflicheVeranstaltungen nach damaliger Art sehr gut befestigt undauf vier Monat mit Lcbcnsmittcln versehen war.

So wahr ist es daß der Einfluß der moralischenKräfte, oft auf eine unglaubliche Weise, der Schwere derphysischen Massen siegreich entgegenwirkt!

Zufolge der Kapitulation sollte sich die Garnison nachRostock begeben, sie schlug aber die Straße nach Havel-berg ein um sich in diesen Ort zu werfen. Der GeneralTott sandte sogleich den Obersten Hall mit der Kavallerienach, der sie einholte und theils niederhieb theils gefan-gen machte **).

Grcifswald war der letzte Ort welchen die Östreicherin Pommern besaßen, denn Colbcrg hatte sich bereits ünMärz nach einem fünfmonatlichcu Widerstand ergeben.

Gustav Adolph erhielt die Nachricht von diesen Er-eignissen auf dem Wege nach Grcifswald; er kehrte so-gleich um, zog die noch übrigen Garnisonen Pommerns ansich, verstärkte den Feldmarschall Horn, schickte den Restzu Banner und ging selbst bald darauf zur Installi-rung der Herzöge nach Mecklenburg ab, wo GeneralTott, nach der Einnahme von Grcifswald zum Feldmar-schall erhoben, in Verbindung mit den beiden Herzögen_ noch

*) Chciuiütz erzählt, daß diese Stadt sich bereits am 14. ergebenhabe, also an dem Tage, da der König nach Stettin kam. D- Hcrausg.

**) Nach Chemnitz holt der Oberst Hall die Garnison zwar ein, dochscheint der Rittmeister Schmidt, der die Eskorte führte, eigentlich Handan sie gelegt zu haben. Daher erhebt sich auch des Königs Zorn gegendiesen, der sich indeß aus dem Staube macht. D. Hcrausg.