ncm Interesse kostete wußte Gustav Adolph sogleich wie-der zu gewinnen, und wieviel gewann er nun nicht durchdas treue Hallen des Versprechens in den Augen allerDeutschen!
Gustav Adolph ließ seine Armee unter den BefehlenBanners bei Spandau, und wahrend dieser Brandenburgin den Vcrtheidigungsstand setzte, ging er selbst nach Stet-tin *), theils um eine Konferenz mit dem Kanzler Orcn-siicrna zu halten, der schon damals die Bestimmung hattedie rohen Staatskrafte zu Streitmasscn zu organistren,theils um mit dem Gesandten des russischen Czaars einengeheimen Vergleich abzuschließen, nach welchem der letztereihm im nöthigen Fall mit 30,000 Mann Hülfstruppcnbeistehen wollte.
Gustav Adolph beschloß hierauf mit einigen Regi-mentern und der nöthigen Artillerie nach Greifswald ab-zugehen, um diesen Ort noch, weil Tilly ihm jetzt Mußedazu ließ, in aller Eil zu nehmen, damit die Truppenwelche denselben unter dem General Tott blokirten, zurvölligen Unterwerfung Mecklenburgs angewendet und dieHerzöge wirklich in ihre Lande wieder eingesetzt werdenkönnten. Dieser Akt der Wiedereinsetzung war ihm ver-muthlich um so wichtiger als er in den deutschen Gemü-thern die Erinnerung an das Schicksal Magdeburgs ver-drängen und ihn zuerst als den Befreier Deutschlands dar-stellen sollte. Tott, der den Befehl erhalten hatte den Ortvon neuem enger einzuschließen, war selbst so glücklich derEile seines Herrn noch zuvorzukommen. Er schlug dieKavallerie der Garnison, als sie einen Ausfall that, wobeider Kommandant des Orts, der Oberst Perusi, gctödtct
*) Er traf daselbst am 14 . Juni ein (nach Chcmmtz). D. Herausg.