63
sten Reknacher *) zu Hülfe und nöthigte den Bischof sichm seine Hauptstadt zurückzuziehen. Tott vermochte seineAbsicht nicht auszuführen; er konnte nicht über den Fluß,weil die Katholischen alle Schiffe weggenommen hatten;Liese blieben also Meister in dem Strich Landes zwischender Weser und Elbe. Unterdessen hatte die Besatzung vonDömitz kapitulirt **). Sie erhielt freien Abzug und solltesich über Minden nach Wcstphalcn begeben. Da sie sichaber gegen Wolfenbüttel wandten um sich in diesen Ortzu werfen, so schickte Banner eine Partei ab welche sie zuWickensee im Braunschweigschen überfiel und niedermachte.
In Böhmen geschah indessen nicht viel. Die Sach-sen nahmen Eger ein/ hatten ein sehr hartnäckiges Gefechtmit Götz und Tiefenbach bei Nimburg, zwischen Prag undKönigingraz, worauf die östreichischen Generale nach Taborgingen um sich mit den Verstärkungen zu vereinigen welcheGallas aus Italien herbeigeführt hatte. Die Sachsen er-oberten hierauf noch Pilsen und führten dann einen nichtsentscheidenden kleinen Krieg in Böhmen.
In Franken hatte Tilly aus mehreren Gründen sichgenöthigt gesehen die beabsichtigte Belagerung Nürnbergsaufzugeben. Die Angelegenheiten in Böhmen nöthigten ihnein Corps dorthin zu senden; der Kurfürst von Baicrnverlangte daß er sich seinen Staaten mehr nähern sollteum sie gegen Horn zu decken; seine Armee war ohnehinsehr geschwächt; sein Pulvermagazin aufgeflogen und derKönig von Schweden bereit den Nürnberger» zu Hülfezu eilen. Tilly zog sich hierauf gegen die Donau, machtesich zum Meister von Weißenburg und dem Schlosse
*) Chcmnitz nennt ihn Rcinaeker. D- HerauSg-
**) Am 19. Dezember. D> Herau-g.