68
Dritter Abschnitt.
Der Feldzug von 1632 .
(1632.) Um sich eine richtige Vorstellung von derLage Ferdinands H. zu machen muß man zu dem Ver-lust von Böhmen, Schlesien und dem ganzen übrigenDeutschland, Barern und einen Theil von Schwaben aus-genommen, noch die Resultate der politischen Ereignisse- hinzufügen und sich erinnern daß Baiern im Begriff warsich durch Frankreich die Neutralität vermitteln zu lassen,weswegen der Kurfürst es schon im Lauf des Jahres 1631nicht mehr gewagt hatte seine Armee mit der Liguistischenzu vereinigen; daß der Kurfürst von Trier bereits jenenSchritt gethan und sich unter Frankreichs Schutz begebenhatte; daß der Herzog von Lothringen durch Frankreichgezwungen worden war seiner Verbindung mit dem Kai-ser zu entsagen; daß der Kurfürst von Mainz In seinerpolitischen Existenz schon aufgehört hatte, wodurch also diemächtigsten Stützen des Hauses Östreich, nämlich der Kur-fürst von Baiern und die beiden geistlichen Fürsten wan-kend gemacht wurden; daß die Türken die ungarischeGrenze verheerten und mit einem Einfall droheten; daßdie Spanier durch die Franzosen an einer kräftigen Un-terstützung des Kaisers gehindert wurden; endlich daß dieäußerste Erschöpfung der östreichischen Provinzen bei jedemneuen Versuch ihnen Streitkräfte abzupressen, gefährlicheRebellionen befürchten ließ.
Man kann dem Kaiser unmöglich seine Bewunderungversagen wenn man ihn in diesem Augenblick der Noth,