181
Die Armee der Verbündeten jenseit des Rheins be-sieht hauptsächlich aus einem Corps kaiserlicher Truppenunter Caprara und 6- bis 6000 Mann Lothringer unterihrem Herzog. Dieser sucht den General Caprara zu über-reden, mit ihm nach dem Ober-Rhein zu ziehen, um überRheinfelden der Franche-Comtü zu Hülfe zu eilen. Capraraversagt seinen Beistand und der Herzog unternimmt diesenZug also allein und zwar hinter dem Schwarzwald unddem Hcrzogthum Würtcmberg weg über Ulm und Schaf-hausen nach Rheinfelden. Die Schweizer versagen ihmden Übergang, Turenne ist in der Nahe; er giebt also denGedanken auf, bleibt vierzehn Tage dort stehen und kehrtdann nach der Gegend von Straßburg Ende Mai's zurück.
Unterdcß ist Caprara in der Gegend von Worms auf
> beiden Seiten des Rheins geblieben, und der Marquisdc Vaubrun hat die übrige französische Armee bei Hage-nau gesammelt, Turenne ist dem Herzog von Lothringenauf dem linken Rhcinufcr bis in die Gegend von Straß-burg zur Seite geblieben.
Im Juni besteht die deutsche Armee immer noch blosaus dem Corps des Herzogs von Lothringen und demGeneral Caprara. Der Herzog von Vournonvillc soll denBefehl übernehmen; er mit Verstärkungen der deutschenRcichsfürstcn wird noch erwartet. Auch Turenne ist nochnicht über 15- bis 16,000 Mann stark. Doch finden die
> deutschen Generale es rathfam, ferner sich hinter den Neckarzurückziehen, um dort die Verstärkungen abzuwarten. Turennewill versuchen ob er vorher noch etwas gegen sie ausrich-ten kann. Er geht den 11. Juni schnell mit 9000 Mann,davon 3500 Mann Infanterie bei Philippsburg über denRhein und trifft den 16. bei Sinzheim auf den Herzogvon Lothringen und Caprara, die mit 6000 Mann Ka-