Buch 
9 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Gustav Adolph, Turenne, Luxemburg und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
199
JPEG-Download
 

199

richtungcn nicht dazu getroffen. Philippöburg, Hagenau,Savcrne und Breisach gehörten den Franzosen; alles Platze,die auf den Besitz des Elsaß Einfluß haben und eine Be-hauptung desselben für die Deutschen schwierig machten.Voit Straßburg stand ihnen zwar die Brücke noch zuGebot, aber darum war dieser Platz doch weit entferntihnen anzugehören, und diese Brücke, die sie nur unterzweifelhaften Verhältnissen besaßen, war die einzige die sieüber den Rhein hatten. Alles dies machte ihre Lage imElsaß nicht leicht, sobald der Kampf noch einmal losgchensollte, es machte sie aber besonders schwer, wenn er ihnenunvermuthet kam und sie sich also nicht darauf eingerichtethatten. Ferner glaubten sie vermuthlich die Verstärkung,die Turcnne nach Beendigung des Feldzugs in Flandernvon da erhalten hatte, noch stärker als sie wirklich warund sahen sich daher im Geist von einer sehr überlegenenArmee angefallen; denn die ihrige war durch den Abzugder pfälzischen Truppen und vielleicht auch mehrerer ande-rer Haufen geschwächt worden. Auf diese Weise und beider Uneinigkeit welche zwischen den Feldherren bestand, be-greift man, daß sie es, nachdem sie bei Colmar zur Ver-einigung und gehörigen Aufstellung gekommen waren, esnicht gerathen fanden, eine entscheidende Schlacht anzuneh-men. So webte sich das strategische Resultat dieses Über-falls aus lauter Befürchtungen, Unbeholfenheitcn und Un-einigkeiten zusammen.

Daß Turenne auf diese Verhältnisse gerechnet linddie bloße Macht des Ungewohnten bei seinen Gegnern sohoch in Anschlag gebracht hat, ist allerdings des höchstenLobes würdig. Da aber, wo es auf eine wirkliche Zer-störung feindlicher Strcitkraft ankommt, und wo man ei-nen Überfall feindlicher Quartiere als Vehikel dazu be-