Buch 
9 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Gustav Adolph, Turenne, Luxemburg und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
277
JPEG-Download
 

277

den Fall daß, wie es hieß, dem Marschall Villars etwaszustieße; im Grunde aber wohl, um ihm mit seiner Vor-sicht und Gewissenhaftigkeit beizustehen. So erscheint dieSache wenn man in diesen Briefen hinter die Coulissenblickt, während in der Frontispice der Geschichte dieses Her-beieilen des alten Veteran, um unter einem jungen Mar-schall zu dienen, wie ein bloßer Akt enthusiastischer Vater-landsliebe, an welchem sich die des ganzen Heeres entstam-men sollte, hingestellt wird.

Bekanntlich wurde Villars in der Schlacht von Mal-plaquct wirklich verwundet und BoufflerS, indem er denBefehl beim Rückzug übernahm, dem Heere sehr nützlich;die eigentlich beabsichtigte Nützlichkeit war aber wohl sogemeint, daß er eine Schlacht von Malplaquct verhü-ten sollte.

Wenn man den Herzog von Orleans (nachherigenRegenten) nicht mit zu dm Generalen vom ersten Rangerechnen will, so fehlte es den Franzosen an einem Generalder Art um an der Spitze einer jeden Hauptarmes einensolchen zu haben. Sie hatten nämlich vier KricgStheater:Flandern, Deutschland (d. h. der Ober-Rhein), Italienoder Savoyen und Spanien; sie hatten aber nur dreiFeldherren welche ungefähr auf einer Linie standen: Villars,Vcndome und Berwick.

Bemerkt man in diesen Briefen wie viel größerdie Besorgniß des französischen Hofes stets auf der Seitevon Flandern war, als auf allen andern Kriegstheatern.Dies ist freilich trotz der vielen Festungen die dort liegennatürlich, weil das Kriegstheater hier der Hauptstadt,welche zugleich als der Kern der Monarchie betrachtet wer-den konnte, so viel näher ist, aber es deutet doch auchdarauf hin, was man in der Folge zu thun hat.