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9 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Gustav Adolph, Turenne, Luxemburg und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
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3. Daß der Befehl über die Heere, zwar viel weni-ger nach Gunst und Laune vergeben wurde, als man sichgewöhnlich vorstellt, daß aber doch dabei oft Nebenrück-sichtcn zu viel Gewicht bekamen, wodurch der König sei-nen Angelegenheiten wesentlich schadete. Der Herzog vonBourgogne wurde 1708 nach Flandern geschickt, weil manim Heer so sehr gewünscht hatte einen Prinzen der könig-lichen Familie zu haben; darüber kam Vendome nicht zumvollständigen Besitz des Befehls, es entstanden bald Un-einigkeiten zwischen ihm und dem Prinzen, und die Sachenwurden noch schlimmer als Berwick mit Truppen der deut-schen Armee nach Flandern kam und der Rathgeber desPrinzen wurde. Es war also ein Heer mit drei Befehls-habern. Die Schlacht von Oudenarde, welche gewöhnlichwie das Werk des Herzogs von Bourgogne angesehenwird, scheint nach diesen Briefen von diesem vielmehr miß-rathen zu sein und von Vendome allein beschlossen.

Wegen dieses schlechten Fcldzugs diente Vendome inden folgenden Jahren nicht und kam erst im Jahr 1710wieder zu einem Kommando in Spanien. Im Jahr 1709hatte Villars, der bis dahin in Deutschland immer glück-lich gewesen war, auf dem HauptkricgStheater in Flanderndas Kommando bekommen. Eine dreiste, fröhliche, etwasleichtsinnige Natur. Man hielt ihn doch für den Besten,oder wenigstens den Glücklichsten. Indessen schien dem Kö-nig doch nicht ganz wohl dabei zu Muthe und der alte fünfund-sechzigjährige Boufflcrs, der im vorigen Jahr durch die Ver-theidigung von Lille in die Reihe der namhaften Feldherrnwieder eingetreten war und durch seinen redlichen Dienst-eifer auch nachher in der Mitwirkung bei der Administra-tion sich großes Vertrauen erworben und sich wichtig ge-macht hatte, wurde zur Armee nach Flandern geschickt für