Buch 
8 (1835) Der Feldzug von 1815 in Frankreich : hinterlassenes Werk / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
51
JPEG-Download
 

51

werde/ fyelt er es noch für mißlich sich mit der Reservenach dem linken Flügel hin in Marsch zu setzen/ und nochweniger gerathen seinen rechten Flügel zu schwächen. Erglaubte eher an das Vordringen Bonapartes auf derStraße von Monö und hielt das Gefecht bei Charleroifür einen Scheinangriff, daher begnügte er sich den Trup-pen die Bereitschaft zu befehlen. Erst Mitternacht/ alsvon dem bei Mons die Vorposten kommandirenden Gene-ral Dörnberg die Nachricht einging daß er nicht angegrif-fen sei/ der Feind sich vielmehr rechts zu ziehen scheine/ gaber den Befehl daß die Reserve sich in Marsch setzen sollte/um den Bois de Soigne zu passiren welches nach des Ge-nerals v. Müfflings Schrift Morgens 10 Uhr ausgeführtwar. Von da bis auf das Schlachtfeld von Sombres wa-ren nur noch 3 Meilen; die Reserve des Herzogs hattealso wirklich noch zu rechter Zeit eintreffen können; aberes ging viel Zeit verloren/ indem der Herzog erst zu sei-nem linken Flügel nach Auatrebraö ging/ den Feind beiFrasne rekognoöcirte/ dann zum Fürsten Blücher nach Som-bres eilte wo er um 1 Uhr ankam/ um sich selbst zu über-zeugen/ ob der Feind hier mit der Hauptarmee vordringe/und mit dem Fürsten die nöthige Abrede zu nehmen. Wah-rend dieser Zeit scheint die Reserve an dem Ausgange desHolzes von Soigne/ d. h. an dem Scheidewege von Ni-velles nach Ouatrebras/ weitere Befehle erwartet zu haben.Auch dann würde es noch nicht an Zeit gefehlt haben;aber der Herzog hatte seine Kräfte durchaus versplitterkweil er immer nach den Umständen handeln wollte/ hatteden rechten Flügel des Prinzen von Orattien nicht früherwegnehmen wollen/ und war deshalb zu schwach um Blü-cher zu unterstützen/ wie wir das näher sehen werden-

4 *