6
bildeten. Mein von der andern Seite waren auch diepolnischen Truppen weit entfernt, mit den deutschen undspanischen verglichen werden zu können; sie befanden sichselbst auf dem halben Wege zu den Asiaten, und nur einkleiner Kern, meistens aus deutschen Miethlingen bestehend,war besseren und dichteren Gefüges.
Es scheint uns nun, so weit die dürftigen Nachrich-ten es zulassen, daß Sobiesky seine Erfolge vorzugsweisedurch geschickte, seinen Verhältnissen höchst angemessenestrategische Combinationen errungen hat; denn überall wirddaö Entscheidungsgefecht durch solche strategische Fäden her-beigeführt, die den Erfolg desselben theils sicherer, theilsgrößer machen. Wir möchten sagen, daß sich der ge-schickte Gebrauch des entscheidenden Kampfes in keinemKriege in einem höheren Grade gezeigt hat. Daß in dendortigen Verhältnissen der Charakter des strategischen Han-delns ein anderer werden mußte, als in gewöhnlichen, ver-steht sich von selbst. Es wird sich also Niemand dabeisehr zusammengesetzte, genau berechnete, genau inne gehal-tene Bewegungen u. s, w. denken; sondern es mußte fastüberall die Kühnheit an die Stelle des Kalküls treten unddie ganze Überlegenheit nur darauf gerichtet sein, die Wegezu finden, auf denen diese Kühnheit noch gebraucht werdenkonnte und die Punkte, auf denen sie dem Gegner rechtfühlbar ward. Der König von Polen ist einem gehar-nischten Ritter zu vergleichen, der mit einem Ungeheuer zukämpfen hat, dessen Masse ihn augenblicklich erdrückenwüpde, wenn sein trefflicher Harnisch ihn nicht schützte,und der dieser Masse des Ungeheuers nicht anders Herrwerden kann, als wenn er sich zu seinen Streichen ihreedelsten Theile aussucht. Grade so finden wir Sobieskyhandeln. Vielleicht kann die Strategie solcher Verhältnisse