begreift man, wie in einer Schlacht jener Zeit die Zahlder Streiter weniger entscheidend sein konnte, als sie esheute isi. Aber natürlich doch nur bis auf einen gewissenPunkt und nur bei dem Stoß größerer Massen. Dennkleine Abtheilungen von wenigen tausend Mann pssegtenschon damals weniger von der Stärke einer künstlichenSchlachtordnung als von dem Gebrauch des Bodens undder Gegend zu halten.
So wird e§ einigermaßen begreiflich, wie man aufdie Zahl weniger Werth gelegt hat, und daß diese Ansichtallgemein war, sieht man aus den Schriftstellern jenerZeit, die es fast nie der Mühe werth halten, die Stärkengenau und wiederholt anzugeben. Merkwürdig ist in dieserBeziehung Tcmpelhoss's Äußerung Th. I. S 172. Dieseganze Schlußperiode ist concentrirter Unsinn, wenn manihn philosophisch betrachtet. Der Exponent von diesemUnsinn ist: daß die Stärke einem General oft zurLast sein könne.
§. 20 .
Die Belagerung einer Festung wird dem ernstlichen Verfolggen eines Sieges vorgezogen.
Daß Daun dem geschlagenen König nach Collin nichtfolgte, daß er und der Prinz Carl von Lothringen Friedrichdem Großen erlaubten, noch vier Wochen in Böhmen zubleiben, ist freilich einigermaßen zu erklären. Erstens ausFurcht vor Friedrich dem Großen, dessen Macht sie wahrschein-lich der ihrigen immer noch gewachsen glaubten; zweitensweil sie die Annäherung ihrer Verbündeten abwarten wollten.Nichts desto weniger ist eine Anstcht vom Krieg und na-mentlich von der Rolle, welche die Schlacht im Kriegespielt, nöthig, wie sie in der damaligen Zeit herrschte, um