Festung mußte doch am Ende fallen. Daß sie aber unter-dcß Gefahr liefen, vorn Herzog von Vevern angegriffenzu werden oder den König siegreich zurückkehren zu sehen,war der zweite Theil des Raisonnements, an den sie nichtdachten. Immer zeigt sich die Scheu vor der schnellenEntscheidung, vor dem Menschenverlusi, immer die ganzunbegründete Hoffnung, durch die Mitwirkung der Zeit,die Ungewißheit und die Gefahr zu vermeiden.
Die Ösireichcr hatten den positiven Zweck, sie warendie stärkeren und von dem Augenblick an, wo der Königgegen die vereinigte Armee abmarschirt war, hatten sievon der Zeit eher eine Verschlimmerung als eine Verbes-serung ihrer Lage zu erwarten, es war also »ganz unver-nünftig, d. h. ohne zureichenden Grund und ohne klareEinsicht, vom Aufschieben etwas zu erwarten. Das Schicksalscheint den Ausgang dieses Feldzugö ausdrücklich so gefügtzu haben, um dies klar an den Tag zu stellen.
§. 21 .
! Friedrich der Große nach der Schlacht von Collin.
Die Operationen des Königs nach der Schlacht findbewunderungswürdig durch die Ruhe und Keckheit, mitwelcher Friedrich der Große der Gefahr trotzt; was sie aberan Eigenthümlichkeit der Zeit an sich tragen, ist die zähe' Mäßigung, mit welcher Friedrich der Große verfährt. Obihm gleich das Feuer auf den Nägeln brennt, so greift erdoch den Prinzen Carl in der Lausitz nicht an, weil ihm dieUmstände nicht günstig genug sind, und er es lieber daraufankommen lassen will, ob die Östreichs sich zu irgend et-was Kräftigem entschließen werden, als sein kleines Heerdurch eine Schlacht zu schwächen, die blutig und mißlichwerden kann. Eben so denkt er kurz vor Roßbach. Er