83
langte das Unmögliche/ wenn er ohne Schlacht und Siegunter den Augen einer überlegenen Armee das Werk zuStande bringen wollte/ und er hatte wahrlich von Glückzu sage«/ daß er so mit dem blauen Auge davon kam.
§. 35 .
Die Schlacht bei Zorndorf. '
Diese Schlacht ist ohne Widerrede die merkwürdigstedes siebenjährigen Krieges/ vielleicht in der ganzen neuernKriegsgeschichte/ wegen ihres sonderbaren Verlaufs. Fol-gendes sind ihre auffallendsten Eigenthümlichkeiten:
1. Die auf eine unerhörte Art wiederholten Frontver-änderungen. Die erste Aufstellung der russischen Armee istFront gegen Westen; folglich hat die preußische/ indem siegrade gegen sie anrückt/ Front gegen Osten. Die preu-ßische marschirt nun um den rechten Flügel der russischenherum und zwar dergestalt/ daß sie drei Viertheil des Krei-ses durchläuft und also beim Angriff Front nach Norden! bekommt. Die russische/ als hätte sie diese Umkreisunggeahndet/ hat sich in einer geschlossenen eigentlich mehr drei-! als viereckigen Figur aufgestellt.
Beim Angriff selbst macht die preußische Armee/ zu-, folge der Disposition des Königs von Neuem eine Rechtö-drehung von etwa fünfundvierzig Grad/ bekommt also Front1 nach Nordosten. Ihr linker Flügel wird geworfen/ der[ rechte dagegen vorgenommen/ es entstand also eine Links-
î drehung von nahe neunzig Grad und sie bekommt Front
nach Nordwesten; die sie am Ende der Schlacht behält.
; Die russische Armee/ welche sich anfänglich mit dem Ge-sicht nach Süden schlägt/ verliert zuerst das Terrain ihresrechten Flügels/ und dann das des linken Flügelö/ der sich> aber nun auf dem Terrain des rechten Flügels wieder auf-
b *