§. 40.
Ostreich setzt zu geringe Streitkräfte ln Bewegung.
Ist es nicht zum Verwundern daß die Hstreicher auchin diesem Jahre wieder mit einer Armee von nicht mehrals etwa 100,000 Mann auftraten? In ihrer eigenenSache wahrend sie keinen andern Krieg, und weder inFlandern, noch in Italien etwas zu besorgen hatten? —Die Erklärung ist, daß sie keine Spur einer Cantonein-richtung hatten, alles durch Freiwerbung ergänzen mußten.
§. 41.
Der Postenkrieg zwischen Friedrich dem Großen und Dann.
Die vier Wochen vom 12. September bis 14. Ok-tober in der Lausitz, wo Friedrich der Große dem Mar-schall Dann gegenüber, und dieser meistens in seinem La-ger bei Stolpen stand, haben eine Art strategischen Rufwegen der Manövrirkunst beider Feldherrn.
Das Ganze reduzirt sich doch auf sehr einfache Be-standtheile. Friedrich der Große rückt an, und nimmtnahe bei Dresden eine Stellung um seine Verpstegungleicht zu beziehen. Daun hat einige vorgeschobene Postenüber die bautzener Straße hinaus; den hauptsächlichstenbei Radeberg unter Laudon. Friedrich der Große läßtihn zurückdrücken; Laudon geht eine halbe- Meile zurückund nimmt eine andere Stellung; auch da weicht er, alsman ihm einige Tage darauf mit einem Angriff bedrohtund so kommt er nach Bischofswerda. Nun nimmt derKönig ein Lager, Bischofswerda gegenüber vor dem rech-ten Flügel Dauns.
Dadurch versichert er sich der Straße nach Bautzenund bedroht Daunö Verbindung mit Zittau ein klein wenig.