177
wollte dann eine solche Stellung gewinnen, daß er mit ih-nen in Verbindung handeln konnte, und von der andernSeite dem Könige so viel als möglich von den Verbin-dungen rauben, die seine Streitkraft stützten; vielleichtkonnte er dann sogar zu einer Belagerung schreiten, ohneeine Schlacht zu wagen. Mit diesen Zwecken meinte Danngenugsam vor der Hand gegen sein Ziel vorzuschreiten, undden positiven Erfolg so vorzubereiten, daß er ihm- späterum so gewisser wurde. Alle diese Zwecke waren aber ne-gativer Natur, und führten Daun zu einer in vier bisfünf Posten ausgedehnten Aufstellung, wodurch dann jedespositive Handeln gegen einen so beweglichen Gegner fastunmöglich wurde. Der König aber, der vor der Handnichts Positives wollte, als sich nicht durch bloße Stellun-gen von seinen festen Plätzen abdrängen und aus seinemschlesischen Kriegstheater gewissermaßen hinausschieben zulassen der König hielt seine Hauptmacht dicht beisam-men und suchte durch schnelle Märsche, die er dicht unterden Augen des Feindes, d. h. also auf den kürzestenWegen that, die Punkte, welche ihm wichtig waren, zugewinnen, um es dann dem Gegner zu überlassen, ihndurch einen Angriff wieder aus dem Besitz zu fetzen.Mit diesem Zweck seiner Märsche verband er den zwei-ten, gelegentlich einen der daunschen Posten mit überlege-ner Macht zu überwältigen, und den dritten, auf die Ver-bindungslinie des^ Feindes selbst sich zu stellen. -iDaunmußte nun feine ganze Übermacht und Thätigkeit ,immerdarauf verwenden,. diesen dreifachen Zweck zu vereiteln.Mit dem ersten gelingt es ihm am wenigsten,, denn derKönig gewinnt nach und nach die Verbindung mit Bres-lau, seinem Bruder und Schweidnitz; mit den andern bei-den gelingt es ihm besser, denn nirgend erleidet einer seinerx 12