Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
230
JPEG-Download
 

230

ê- 78,

DaunS F e l d r u g.

Es ist wenig darüber zu sagen, und nicht schwer, ihnkonsequent zu finden; denn wenn die Ostreicher den gan-zen Krieg hindurch bei einer Überlegenheit von fast demDoppelten überall mit solcher Behutsamkeit und Sicher-heit zuwege gehen wollten, daß fie darüber zu keinen po-sitiven Schritten kamen, so ist es natürlich, daß sie jedementscheidenden Schritt auöwichen, als ihnen der König auchsogar in der Zahl ein Mal überlegen war.

Wie Daun stärker im Leiden als im Handeln war,so hielt er mit einer nicht gewöhnlichen Standhaftigkeit anSchweidnitz fest und wartete den letzten Augenblick ab, eheer die Verbindung mit demselben aufgab.

Nachdem die Russen wieder abmarschirt waren, undder König Schweidnitz eingeschlossen hatte, blieb er Daungegenüber nur etwa 50/000 Mann stark, und da dieserwohl noch 00,000 Mann stark war, so hatte sich dasÜbergewicht wieder auf seine Seite gewandt. Aber bei derÄngstlichkeit, mit welcher die Ostreicher stets die nächstenEingänge in Böhmen und die Grafschaft Glatz deckten,läßt sich berechnen daß er dem Könige gegenüber kaum50,000 Mann behalten konnte. Diese konnte er unmög-lich für zulänglich halten, den König in einer Hauptschlachtanzugreifen, besonders in einer Gegend von starken Stel-lungen. Da er indessen für den Entsatz etwas thun mußte,so beschloß er ein Drittheil seiner Armee im Gebirge zulassen, um seine Verbindungslinie von dieser Seite nichtPreis zu geben, und mit zwei Drittheilen gegen den linkenFlügel des Königs in die Ebene von Reichenbach zu mar-schircn, von diesen aber nur wieder zwei Drittheile, d. h.