Band 
Erster Theil.
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beiden Gegner nur unter einer einzigen Bedingung ruhen,nämlich: einen günstigeren Zeitpunkt des Han-delns abwarten zu wollen. Nun scheint eö auf denersten Blick, daß diese Bedingung immer nur auf einerSeite vorhanden sein könne, weil ste eo aus der an-dern zum Gegentheil wird. Hat der eine das Interessedes Handelns, so muß der andere das Jnterresse des Ab-wartcns haben.

Ein völliges Gleichgewicht der Kräfte kann einenStillstand nicht hervorbringen, dcnn bei einem Solchenmüßte der, welcher den positiven Zweck hat (der Angrei-fende) der Vorschreitende bleiben.

Wollte man sich aber das Gleichgewicht so denken,daß derjenige welcher den positiven Zweck, also das stär-kere Motiv hat, zugleich über die geringeren Kräfte ge-bietet, so daß die Gleichung aus dem Produkt von Motivund Kräften entstände, so müßte man immer noch sagen:wenn für diesen Zustand des Gleichgewichts keine Verän-derung vorher zu sehen ist, so müssen beide Theile Frie-den machen; ist ste aber vorher zu sehen, so wird sie nurdem einen günstig sein und dadurch also der andere zumHandeln bewogen werden müssen. Wir sehen daß der Be-griff des Gleichgewichts den Stillstand nicht erklären kann,sondern daß es doch wieder auf das Abwarten eines gün-stigeren Augenblicks hinausläuft. Gesetzt also, von zweiStaaten habe der eine einen positiven Zweck; er will eineProvinz des Gegners erobern um sie beim Frieden geltendzu machen. Nach dieser Eroberung ist sein politischerZweck erfüllt, das Bedürfniß des Handelns hört auf, fürihn tritt Ruhe ein. Will der Gegner sich auch bei die-sem Erfolg beruhigen, so muß er Frieden schließen, willer dies nicht, so muß er handeln; nun läßt sich denken