28
24. Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politikmit andern Mitteln.
So sehen wir also/ daß der Krieg nicht bloß ein po-litischer Akt, sondern ein wahres politisches Instrument ist/eine Fortsetzung des politischen Verkehrs / ein Durchführendesselben mit andern Mitteln. Was dem Kriege nun nocheigenthümlich bleibt/- bezieht sich bloß auf die eigenthüm-liche Natur seiner Mittel. Daß die Richtungen und Ab-sichten der Politik mit diesen Mitteln nicht in Wider-spruch trete»/ das kann die Kriegskunst im allgemeinen/und der Feldherr in jedem einzelnen Falle fordern/ unddieser Anspruch ist wahrlich nicht gering; aber wie stark erauch in einzelnen Fallen auf die politischen Absichten zu-rückwirkt/ so muß dies doch immer nur als eine Modifi-kation derselben gedacht werden/ denn die politische Absichtist der Zweck/ der Krieg ist das Mittel/ und niemalskann das Mittel ohne Zweck gedacht werden.
25. Verschiedenartigkeit der Kriege.
Je großartiger und starker die Motive des Kriegessind/ je mehr sie das ganze Dasein der Völker umfasse»/je gewaltsamer die Spannung ist/ die dem Kriege vorher-geht/ um so mehr wird der Krieg sich feiner abstraktenGestalt naher«/ um so mehr wird eö sich um das Nieder-werfen des Feindes handeln/ um so mehr fallen das krie-gerische Ziel und der politische Zweck zusammen/ um soreiner kriegerisch/ weniger politisch/ scheint der Krieg zusein. Je schwacher aber Motive und Spannungen sind/um so weniger wird die natürliche Richtung des kriegeri-schen Elementes/ nämlich der Gewalt/ in die Linie fallen,welche die Politik giebt, um so mehr muß also der Kriegvon seiner natürlichen Richtung abgelenkt werden, um so