Band 
Erster Theil.
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konnte, ja ehe das Gleichgewicht auch nur merklich gestörtwar. Noch mehr, wenn wir auf die konkreten Fälle se-hen, so müssen wir uns sagen, daß in einer ganzen Klassederselben das Niederwerfen des Gegners ein un-nützes Spiel der Vorstellungen sein würde; wenn nämlichder Gegner bedeutend mächtiger ist.

Die Ursache, warum der, aus dem Begriff des Krie-ges, entwickelte Zweck nicht allgemein auf den wirklichenKrieg paßt, liegt in der Verschiedenheit beider, womit wiruns im vorigen Kapitel beschäftigt haben. Wäre er wieihn der bloße Begriff giebt, so würde ein Krieg zwischenStaaten von merklich ungleichen Kräften als ein Absurdumerscheinen, also unmöglich sein; die Ungleichheit der phist-schen Kräfte dürfte höchstens so groß fein, daß sie durch dieentgegengesetzten moralischen ausgeglichen werden könnte,und das würde in Europa, bei unserem heutigen gesellschaft-lichen Zustande, nicht weit reichen. Wenn wir also Kriegezwischen Staaten von sehr ungleicher Macht habenstattfinden sehen: so ist es, weil der Krieg in derWirklichkeit sich von seinem ursprünglichen Be-griff oft sehr weit entfernt.

Es sind zwei Dinge, welche in der Wirklichkeit, alsMotiv zum Frieden, an die Stelle der Unfähigkeit zumfernern Widerstände treten können. Das erste ist die Un-wahrscheinlichkeit, das zweite: ein zu großer Preis desErfolges.

Da, wie wir im vorigen Kapitel gesehen haben, derganze Krieg von dem strengen Gesetz innerer Nothwendig-keit loslassen, und sich der Wahrschcinlichkeitsberechnunganheim geben muß, und da dies immer um so mehr derFall ist, je mehr er sich den Verhältnissen nach, aus de-nen er hervorgegangen ist, dazu eignet, je geringer die

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