Band 
Erster Theil.
Seite
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durchdringender Verstand in Anspruch genommen wird,um mit dem Takte seines Urtheils die Wahrheit herauszu fühlen.

Es mag ein gewöhnlicher Verstand diese Wahrheiteinmal durch Zufall treffen, ein ungewöhnlicher Muthmag das Verfehlen ein andermal ausgleichen, aber dieMehrheit der Fälle, der Durchfchnittöerfolg, wird den feh-lenden Verstand immer an den Tag bringen.

Der Krieg ist das Gebiet des Zufalls. In keinermenschlichen Thätigkeit muß diesem Fremdling ein solcherSpielraum gelassen werden, weil keine so, nach allen Sei-ten hin, in beständigem Kontakt mit ihm ist. Er vermehrtdie Ungewißheit aller Umstände, und stört den Gang derEreignisse.

Jene Unsicherheit aller Nachrichten und Voraus-setzungen, diese beständigen Einmischungen des Zufalls, ma-chen, daß der Handelnde im Kriege die Dinge unaufhör-lich anders findet als er fie erwartet hatte, und es kannnicht fehlen daß dies auf feinen Plan, oder wenigstens aufdie diesem Plane zugehörigen Vorstellungen, Einflußhabe. Ist dieser Einfluß auch so groß, die gefaßtenVorsätze entschieden aufzuheben, so müssen doch in derRegel neue an ihre Stelle treten, für welche es dann oftin dem Augenblicke an Datis fehlt, weil im Lauf desHandelns die Umstände den Entschluß meistens drängen,und keine Zeit lassen sich von Neuem umzusehen, oftnicht einmal fo viel, um reifliche Überlegungen anzustellen.Aber es ist viel gewöhnlicher, daß die Berichtigung unse-rer Vorstellungen, und die Kenntniß eingetretener Zufällenicht hinreicht, unsern Vorsatz ganz umzustoßen, sondernihn nur wankend zu machen. Die Kenntniß der Umständehat sich in uns vermehrt, aber die Ungewißheit ist dadurch