Band 
Erster Theil.
Seite
61
JPEG-Download
 

61

Hier kann man nur von Kraft oder Schwache sprechen.Wir sind nicht pedantisch genug, um mit dem Sprachge-brauch über diesen kleinen Mißgriff zu rechten, sondernunsere Bemerkung soll bloß dienen, falsche Einwürfe zuentfernen-

Diese Entschlossenheit nun, welche einen zweifelhaftenZusiand besiegt, kann nur durch Verstand hervorgerufenwerden, und zwar durch eine ganz eigenthümliche Richtungdesselben. Wir behaupten, daß das bloße Beisammenseinhöherer Einsichten und nöthiger Gefühle immer noch nichtdie Entschlossenheit macht. Es giebt Leute, die den schön-sten Blick des Geistes für die schwierigste Aufgabe be-sitzen, denen es auch nicht an Muth fehlt, vieles auf sichzu nehmen, und die in schwierigen Fallen doch nicht zumEntschluß kommen können. Ihr Muth und ihre Einsichtstehen jedes einzeln, bieten sich nicht die Hand, und brin-gen darum nicht die Entschlossenheit als ein Drittes hervor.Diese entsteht erst durch den Akt des Verstandes, der dieNothwendigkeit des Wagens zum Bewußtsein bringt, unddurch sie den Willen bestimmt. Diese ganz eigenthümlicheRichtung des Verstandes, die jede andere Scheu im Men-schen niederkämpft mit der Scheu vor dem Schwankenund Zaudern, ist es, welche in kräftigen Gemüthern dieEntschlossenheit ausbildet; darum können Menschen mitwenig Verstand, in unserem Sinne, nicht entschlossen sein.Sie können in schwierigen Fällen ohne Zaudern handeln,aber dann thun sie es ohne Überlegung, und es kön-nen freilich den, welcher unüberlegt handelt, keine Zweifelmit sich selbst entzweien. Ein solches Handeln kann auchhin und wieder das Rechte treffen, aber wir sagen hierwie oben: es ist der Durchschnittserfolg, welcher aufdas Dasein des kriegerischen Genius deutet. Wem unsere