seine eigene Friktion nach allen Seiten hin behalt. Theo-retisch klingt cö ganz gut: der Chef des Bataillons istverantwortlich für die Ausführung des gegebenen Befehls,und da das Bataillon durch die Disziplin zu einem Stückzusammen geleimt ist, der Chef aber ein Mann von aner-kanntem Eifer sein muß, so drehet sich der Balken umeinen eisernen Zapfen mit wenig Friktion. So aber istes in der Wirklichkeit nicht, und Alles was die Vorstel-lung Übertriebenes und Unwahres hat, zeigt sich im Kriegeauf der Stelle. Das Bataillon bleibt immer aus einerAnzahl Menschen zusammengesetzt, von denen, wenn derZufall es will, der unbedeutendste im Stande ist, einenAufenthalt, oder sonst eine Unregelmäßigkeit zu bewirken.Die Gefahren, welche der Krieg mit sich bringt, die kör-perlichen Anstrengungen, die er fordert, steigern das Übelso sehr, daß sie als die beträchtlichsten Ursachen desselbenangesehen werden müssen.
Diese entsetzliche Friktion, die sich nicht, wie in derMechanik, auf wenig Punkte konzentriren läßt, ist deswe-gen überall im Kontakt mit dem Zufall, und bringt dannErscheinungen hervor, die sich gar nicht berechnen lassen,eben weil sie zum großen Theil dem Zufall angehören.Ein solcher Zufall ist z. B. das Wetter. Hier verhindertder Nebel, daß der Feind zu gehöriger Zeit entdeckt wird,daß ein Geschütz zur rechten Zeit schießt, daß eine Mel-dung den kommandirenden Offizier findet; dort der Regen,daß ein Bataillon ankommt, daß ein anderes zur rechtenZeit kömmt, weil es, statt drei, vielleicht acht Stundenmarschiren mußte, daß die Kavallerie wirksam einhauenkann, weil sie im tiefen Boden stecken bleibt u. s. w.
Diese Paar Dctailzüge nur zur Deutlichkeit, und da-mit Verfasser und Leser zusammen bei der Sache bleiben,