Band 
Erster Theil.
Seite
120
JPEG-Download
 

120

lange sie noch mit der Materie zu thun haben; über me-chanische und optische Konstruktion ist kein Streit. Sowie aber die geistigen Wirkungen ihrer Schöpfungen an-fangen, so wie geistige Eindrücke oder Gefühle hervorge-bracht werden sollen, verschwimmt die ganze Gesetzgebungin unbestimmte Ideen.

Die Arzneikunst ist meistens nur mit körperlichen Er-scheinungen beschäftigt, sie hat es mit dem thierischen Or-ganismus zu thun, der, ewigen Veränderungen unterwor-fen, in zwei Momenten nie genau derselbe ist; das machtihre Aufgabe sehr schwierig, und stellt das Urtheil desArztes schon höher als sein Wissen; aber wie viel schwie-riger ist der Fall, wenn eine geistige Wirkung hinzukömmt,und wie viel höher stellt man den Seelenarzt!

Die geistigen Größen können im Kriege nichtausgeschlossen werden.

Nun ist aber die kriegerische Thätigkeit nie gegen diebloße Materie gerichtet, sondern immer zugleich gegen diegeistige Kraft welche diese Materie belebt, und beide voneinander zu trennen ist unmöglich.

, Die geistigen Größen aber sieht man nur mit dem in-nern Auge, und dieses ist in jedem Menschen anders, undoft bei demselben in verschiedenen Augenblicken verschieden.

Da die Gefahr das allgemeine Element ist, in dem sichim Kriege Alles bewegt, so ist es auch vorzüglich der Muth,das Gefühl der eigenen Kraft, wodurch das Urtheil andersbestimmt wird. Es ist gewissermaßen die Krystalllinse, durchwelche die Vorstellungen gehen, ehe sie den Verstand treffen.

Und doch kann man nicht zweifeln, daß diese Dinge,schon durch die bloße Erfahrung, einen gewissen objektivenWerth bekommen müssen.