Band 
Erster Theil.
Seite
129
JPEG-Download
 

129

Kriege vertraut machen will; sie hellt ihm überall denWeg auf/ erleichtert seine Schritte/ erzieht sein Urtheil/und bewahrt ihn vor Abwegen.

Wenn ein Sachverständiger sein halbes Leben daraufverwendet/ einen dunklen Gegenstand überall aufzuklären/so wird er wohl weiter komme«/ als derjenige welcher inkurzer Zeit damit vertraut sein will. Daß also nichtjeder von Neuem aufzuräumen/ und sich durchzuarbeitenbrauche/ sondern die Sache geordnet und gelichtet finde/dazu ist die Theorie vorhanden. Sie soll den Geist deskünftigen Führers im Kriege erziehen/ oder vielmehr ihnbei seiner Selbsterziehung leiten/ nicht aber ihn auf dasSchlachtfeld begleiten; so wie ein weiser Erzieher die Gci-stcöentwickelung eines Jünglings lenkt und erleichtert, ohneihn darum das ganze Leben hindurch am Gängelbandezu führen.

Bilden sich aus den Betrachtungen, welche die Theorieanstellt, von selbst Grundsätze und Regeln, schießt die Wahr-heit von selbst in diese Krystallform zusammen, so wird dieTheorie diesem Naturgesetz des Geistes nicht widerstreben,sie wird vielmehr, wo sich der Bogen in einem solchenSchlußstein endigt, diesen noch hervorheben; aber sie thutdies nur, um dem philosophischen Gesetz des Denkens zugenügen, um den Punkt deutlich zu machen, nach welchemdie Linien alle hinlaufen, nicht um daraus eine alge-braische Formel für das Schlachtfeld zu bilden; denn auchdiese Grundsätze und Regeln sollen in dem denkenden Geistemehr die Hauptlineamente seiner eingewöhnten Bewegungenbestimmen, als ihm in der Ausführung den Weg, gleichMcßstangcn, bezeichnen.

9