Band 
Erster Theil.
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mit eigenen leiblichen Augen sieht, sondern Alles errathenund vermuthen muß: so isi auch die Überzeugung wenigerkräftig. Die Folge isi, daß die meisten Generale, wo siehandeln sollten, in falschen Vedenklichkeitcn stecken bleiben.

Jetzt werfen wir einen Blick in die Geschichte; erfallt auf Friedrichs des Großen Feldzug von 17b0, be-rühmt durch die schönen Märsche und Manöver, ein rech-tes Kunstwerk strategischer Meisterschaft, wie uns dieKritik rühmt. Sollen wir nun da außer uns gerathenvor Bewunderung, daß der König nun Daun's rechteFlanke umgehen wollte, nun seine linke, dann wieder dierechte u. s. w. Sollen wir darin eine tiefe Weisheit sehen?Nein, das können wir nicht, wenn wir natürlich und ohneZiererei urtheilen wollen. Wir müssen vielmehr zuvörderstdes Königs Weisheit bewundern, der bei seinen beschränktenKräften, ein großes Ziel verfolgend, Nichts unternahm, wasdiesen Kräften nicht entsprochen hätte, und gerade genug,um seinen Zweck zu erreichen- Diese Weisheit des Feld-herrn ist nicht bloß in diesem Feldzug sichtbar, sondernüber alle drei Kriege des großen Königs verbreitet.

Schlesien in den sichern Hafen eines wohl garantirtcnFriedens zu bringen, war sein Zweck.

An der Spitze eines kleinen Staates, den übrigenStaaten in den meisten Dingen ähnlich, und nur durcheinige Zweige der Verwaltung vor ihnen ausgezeichnet,konnte er kein Alexander werden, und als Karl der XII.würde er sich, wie jener, das Haupt zerschellt haben. Wirfinden daher in seiner ganzen Kriegführung jene verhalteneKraft, die immer im Gleichgewicht schwebt, die es nie anNachdruck fehlen läßt, sich im Augenblick großer Bedräng-niß zum Erstaunenswürdigen erhebt, und im nächstenAugenblick wieder ruhig fort oszillirt, um dem Spiel der

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