211
Leider suchen sie sich aller Bücherweisheit zu entziehen,weil sie sich weder in Zahlen noch in Klaffen bringen las-sen, und gesehen oder empfunden sein wollen.
Der Geist und die übrigen moralischen Eigenschaftendes Heeres, des Feldherrn, der Regierungen, die Stim-mung der Provinzen, worin der Krieg geführt wird, diemoralische Wirkung eines Sieges oder einer Niederlagesind Dinge, die an sich sehr verschiedenartig sind, und inihrer Stellung zu unserem Zweck und unseren Verhältnissenwieder sehr verschiedenartigen Einfluß haben können.
Wenn sich auch in Büchern darüber Wenig oder Nichtssagen läßt, so gehören diese Dinge darum doch zur Theorieder Kriegskunst, so gut wie alles Andere was den Kriegausmacht. Denn ich muß es noch einmal sagen: es istdoch eine armselige Philosophie, wenn man nach alter Artseine Regeln und Grundsätze diesseit aller moralischenGrößen abschließt, und so wie diese erscheinen, die Ausnah-men zu zählen anfängt, die man dadurch gewissermaßenwissenschaftlich konstituirt, d. h. zur Regel macht; oderwenn man sich dadurch hilft, an das Genie zu appelliren,welches über alle Regeln erhaben ist, wodurch man imGrunde zu verstehen giebt, daß die Regeln nicht allein fürDummköpfe geschrieben werden, sondern auch wirklich selbstdumm sein müssen.
Wenn die Theorie der Kriegskunst wirklich auch wei-ter Nichts thun könnte, als daß sie an diese Gegenständeerinnert, daß sie die Nothwendigkeit darthut, die morali-schen Größen in ihrem ganzen Werth zu würdigen, undin die Rechnung mit aufzunehmen: so hätte sie ihre Gren-zen schon über dieses Reich der Geister ausgedehnt, unddurch die Feststellung dieser Gesichtspunkte Jeden imVoraus verurtheilt, der sich bloß mit dem physischen