Band 
Erster Theil.
Seite
212
JPEG-Download
 

212

Verhältniß der Kräfte vor ihrem Richterstuhl rechtferti-gen wollte.

Aber auch um aller übrigen/ sogenannten Regelnwillen darf die Theorie die moralischen Größen nicht ausihren Grenzen verweisen/ weil die Wirkungen der physi-schen Kräfte mit den Wirkungen der moralischen ganzverschmolzen/ und nicht wie eine metallische Legirung durcheinen chemischen Prozeß davon zu scheiden find. Bei jederauf die physischen Kräfte sich beziehenden Regel muß derTheorie im Geist der Antheil vorschweben/ den die mora-lischen Größen dabei haben können: wenn sie sich nicht zukategorischen Sätzen verleiten lassen soll/ die bald zu furcht-sam und beschränkt/ bald zu anmaßend und ausgedehntsind. Selbst die geistlosesten Theorieen habe«/ sich selbstunbewußt/ in dieses Geisterreich hinüber schweifen müssen;denn es läßt sich z. B. kein Sieg in seinen Wirkungeneinigermaßen erkläre«/ ohne auf die moralischen EindrückeRücksicht zu nehmen. Und so sind denn auch die meistenGegenstände/ welche wir in diesem Buch durchlaufe»/ halbaus physische»/ halb aus moralischen Ursachen und Wir-kungen zusammengesetzt/ und man mögte sagen: die phy-sischen erscheinen fast nur wie das hölzerne Heft/ währenddie moralischen das edle Metall/ die eigentliche/ blank ge-schliffene Waffe stnd.

Am besten wird der Werth der moralischen Größenüberhaupt bewiesen/ und ihr oft unglaublicher Einfluß ge-zeigt: durch die Geschichte; und dies ist der edelste undgediegenste Nahrungsstoff/ den der Geist des Feldherrnaus ihr zieht. — Dabei ist zu bemerken/ daß Demonstra-tionen und kritische Untersuchungen und gelehrte Abhand-lungen es weniger sind/ als Empfindungen/ Totaleindrücke