Band 
Erster Theil.
Seite
265
JPEG-Download
 

265

Strategie mehr auf die Anzahl und den Umfang siegreicherGefechte ankomme, als auf die Form der großen Linea-mcnte, in welcher sie zusammenhängen.

Gerade die umgekehrte Ansicht isi ein Lieblingsthemaneuerer Theorie gewesen, weil man geglaubt hat, dadurchder Strategie eine größere Wichtigkeit zu geben. In derStrategie aber sah man wieder die höhere Funktion desGeistes, und so glaubte man den Krieg dadurch zu veredlen,und, wie man, vermöge einer neuen Substitution der Be-griffe, sagte, wissenschaftlicher zu machen. Wir haltenes für einen Hauptnutzen einer vollständigen Theorie, solchenVerschrobenheiten ihr Ansehen zu benehmen, und da dasgeometrische Element die Hauptvorsiellung ist von welcherdieselbe auszugehen pflegt: so haben wir diesen Punkt aus-drücklich herausgehoben.

Sechzehntes Kapitel.

Über den Stillstand im kriegerischen Akt.

Wenn man den Krieg als einen Akt gegenseitigerVernichtung ansieht, so muß man sich nothwendigerweisebeide Theile als im Allgemeinen vorschreitend denken, zu-gleich aber muß man sich, was den jedesmaligen Augen-blick betrifft, fast eben so nothwendigerweise den einen alsabwartend, und nur den andern als vorschreitend denken,denn die Umstände werden niemals auf beiden Seiten völliggleich sein, oder sich völlig gleich bleiben. Es wird mitder Zeit ein Wechsel entstehen, woraus dann folgt, daß der