Band 
Erster Theil.
Seite
289
JPEG-Download
 

289

und in diesem Sinn so weit hinunter steigen/ als es derCharakter/ die Verhältnisse des Gegners und andere Um-stände nöthig machen. Verlassen wir die schwachen Ein-drücke abstrakter Begriffe/ und steigen ins wirkliche Lebenhinab/ so wird ein rascher/ muthiger/ entschlossener Gegneruns nicht Zeit zu weit aussehenden künstlichen Zusammen-setzungen lassen/ und gerade gegen einen solchen würdenwir der Kunst am meisten bedürfen. Hiermit/ scheint esuns/ ist das Vorherrschen der einfachen und unmittel-baren Erfolge vor den zusammengesetzten schon gegeben.

Unsere Meinung ist also nicht/ daß der einfache Stoßder beste sei/ sondern/ daß man nicht weiter ausholen dürfeals der Spielraum erlaubt/ und daß dies immer mehrzum unmittelbaren Kampf hinführen wird/ je kriegerischerder Gegner ist. Also weit entfernt/ den Gegner überbie-ten zu dürfen nach der Richtung zusammengesetzter Plänehin/ muß man vielmehr suchen ihm nach der entgegenge-setzten Richtung hin immer voran zu sein.

Wenn man die letzten Fundamentalstcine dieser Ge-gensätze untersucht/ so wird man finde«/ daß es in demeinen die Klugheit/ in dem andern der Muth ist. Nun istes sehr verführerisch zu glaube«/ daß ein mäßiger Muth/mit einer großen Klugheit gepaart/ mehr Wirkung hervor-bringen werde/ als eine mäßige Klugheit mit einem großen, Muth. Wenn man stch aber diese Elemente nicht in un-logischen Mißverhältnissen denkt/ so hat man auch keinRecht/ der Klugheit diesen Vortheil über den Muth ein-zuräumen in einem Felde welches Gefahr heißt/ und wel-ches als die eigentliche Domine des Muthes betrachtetwerden muß.

Nach dieser abstrakten Betrachtung wollen wir nurnoch sagen: daß die Erfahrung/ weit entfernt ein anderesi 19