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„Die Colonne der Vcndeer (so erzählt Obenheim, ein von den Jnsur-„genten gefangener Genie-Offizier) bestand aus etwa 30,000 Mann„zu Fuß, 200 Reitern und etwa 15,000 Nichtcombattanten, barunter„etwa 2—3000 zu Pferde.
„Die Artillerie bestand aus einem 12 Pfänder, drei bis vier 8 Pfän-dern, dreißig bis vierzig 4 Pfändern, 30 Munitionswagen und 2Feld-„schmieden. Die Verwundeten wurden auf 20 Karren transportirt.„200 Wagen führten Privatpersonen und ihr Eigenthum. Nicht einer„ward zu Medikamenten, Lebensmitteln oder andern einer Armee un-„entbehrlichen Gegenständen verwendet.
„Larochejacquelin war nach dem Uebergang über die Loire zum Ober-„general ernannt worden; Stofflet ward als Major-General betrach-„tet. Ein Dutzend Individuen gaben sich für Partheihäupter aus, ohne„jedoch großes Ansehen zu besitzen.
„Man wußte nur von 2 Divisionen, und auch diese bestanden nur„in der Idee, da die Generale sie vergebens zu trennen versucht hatten.„Von Brigaden, Bataillonen, Compagnien war keine Spur. Dieser„gänzliche Mangel einer Organisation nöthigte die Armee, stets in einer„Masse zu marschiren; daher auch keine Recognoszirungen, keine Ent-,Sendungen; daher die Schwierigkeit, sie zu ernähren, und für Vor-„räthe zu sorgen; daher Ueberfüllung in den Quartieren, wodurch an-leckende Krankheiten entstanden, welche die üble Witterung vermehrte.„Mit einem Worte, diese Armee glich einem angeschossenen Eber, der,„ehe er zu Grunde ging, noch manchen ungeschickten Jäger verletzen„konnte, der sich ihm in den Weg stellte."
Die erste Sorge der Sieger von Chollet war die Deckung der Loire. Haroblieb mit der Reserve der Mainzer bei St. Florent beobachtend stehen; der Restder Armee zog in mehreren Colonnen in Eilmärschen, Kleber nach Nantes, Beau-puy nach Angers, um beide Plätze gegen jeden Ueberfall zu sichern.
Anfangs conzentrirten sich die Vendeer bei Ancenis, in der Absicht, Nantes anzu-greifen; allein die Erinnerung an ihre erste Expedition brachte sie von diesem Gedankenwieder ab. Getäuscht durch unüberlegte Versprechungen, mittelst welchen man ihnendie mächtige Mitwirkung der Provinzen Perche und Maine in Aussicht stellte, entfern-ten sie sich von der Loire und zogen über Conde und Chateau - Gonthier nach Laval.
Unterdessen marschirten Kleber und Beaupuy über Nantes und Angers, ver-einigten sich bei Conde und brachen zur Verfolgung der Vende'er auf, welchesie in der Stellung von Entrames fanden. Westermann suchte mit der ihm eige-nen Kühnheit, sie an der Spitze seiner Vorhut zu vertreiben; er ward jedochkräftig zurückgewiesen. Gleichwohl befanden sich die Vende'er in der mißlichstenLage. Statt Anklang zu finden und sich zu recrutiren, verbreiteten sie überallSchrecken, und sahen vorher, daß sie bald eingeschlossen werden würden. DieMainzer schnitten über Chateau-Gonthier und Villiers die Scraße nach Angersab; der rechte Flügel der Armee von Rennes langte zu Craon an, und 6000Mann, welche unter dem Namen der Armee der Küsten von Cherbourg in denProvinzen Calvados und La Manche stationirt waren, conzentrirten sich unter
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