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Pichegru suchte sie zu befreien; allein er wendete die großen Lehren des ver-flossenen Jahres nicht an, und seine unzusammenhängenden Bewegungen hattenkeinen allgemeinen Erfolg. Statt sich zu conzentriren und eine Schlacht zu liefern,operirtc er anfangs bloß, um seine unterbrochenen Verbindungen zwischen seinemrechten Flügel und der Mitte herzustellen.
Um den Herzog von Aork zu beobachten, und eine Diversion zu machen, de-bouchirten 8 — 10,000 Mann aus dem Cäsarlager. Kaum hatten sie sich 2 Stun-den von Bouchain entfernt, als sie auf beiden Ufern der Selle auf die feindlichenVerschanzungen stießen. Nach einem langen Kampfe zogen sie sich zurück. Dichtvor Bouchain von panischem Schrecken ergriffen, stoben sie auseinander und erlit-ten bedeutenden Verlust.
Um dieselbe Zeit rückten 2 Divisionen von der Oise nach Nouvion und einestarke Truppenabtheilung zog von Avesnes aus, um sich des Laufes der Helpezu bemächtigen. Diese Operation ward nicht mit Nachdruck ausgeführt, und hattedie einzige Folge, die Verbindung der Mitte mit dem rechten Flügel über Capelleherzustellen. Der Angriff gegen den Wald von Nouvion scheiterte; nachdem dieRepublikaner eine Redoute genommen hatten, wurden sie geschlagen und bis indas Lager von Guise verfolgt.
Nach diesem Unfälle begann Pichegru auf großartigere Weise zu manövri-ren. Er faßte den Plan, Coburgs Mitte zu treffen, und zu gleicher Zeit seineFlügel zu überragen. Er beschloß, die Ardennenarmee und die Truppen bei Mau-benge auf Kaunitz zu werfen; zugleich 50,000 Mann unter Souham und Moreauin das seeländische Flandern zu senden, und über Bouchain, Guisr und Aves-nes zum Angriffe der Blokirungs-Linien heranzurücken. Zwar rettete dieser PlanLandrecies nicht, aber er änderte die Dispositionen der Verbündeten.
Diese Operation hat Pichegru einer gerechten Kritik ausgesetzt. Man hat ihngetadelt, daß er 50,000 Mann seines linken Flügels bloßstellke, welche Coburgdurch eine nachdrückliche Bewegung seines rechten Flügels mit leichter Mühe andas Meer drängen konnte. Man machte ihm den Vorwurf, aus den Erfolgenvon 'Hondschoote und Wattignies unrichtige Folgerungen gezogen zu haben.Nicht gegen beide Flügel des Feindes, sondern nur gegen einen mußte er ope-riren. Hätten sich die 150,000 Mann, welche er nach 6 entfernten Punkten inBewegung setzte, an den Ufern der Sambre conzentrirt und sie bei Charleroyüberschritten, so mußte sich das Schicksal des Feldzuges unmittelbar entscheiden.
Die Colonue von Maubeuge ward durch den feindlichen Oberfeldherrn aufgehaltenund vermochte nicht über Avesnes hinauszurücken. Diejenigen von Guise undvon Bouchain stießen bei Troisville und Chatillon auf den Herzog von Aork,worauf Landrecies, durch ein Otägiges Bombardement halb zerstört, alle Hoffnungauf Eutsatz verlor, und capitulirte. Gleichwohl sahen sich die verbündeten Feld-herrn genöthigt, ihre Jnvasionsentwürfe aufzugeben. Die Diversionen gegen ihrenäußersten Flügel waren gelungen, und von diesem Augenblicke an ward ihre Ope-rationsbasis, welche noch im vorigen Jahre hinreichend stark gewesen war, nicht