114
schweres Geschütz, an welchem es ihnen fehlte. Heusden ward beobachtet, woraufdie Divisionen Bonneau und Moreaur sich an der Maas entwickelten, in der Ab-sicht, die englische Armee zu paralysiren. Die feindlichen Generale thaten nichtszum Eutsatze dieses Platzes, und der Commandant capitulirte, sobald er die An-stalten zur Belagerung sah. Tags zuvor benützte Moreaur den Rückzug der Kai-serlichen, um Venloo rasch einzuschließen.
III.
Operationen der Sambre- und Maasarmee.
Angriff auf Maestricht 07 . Septbr.). — Schlacht bei Sprimont 08.). — Schlacht bei Sitten«hoven (2. Octbr.). — Rückzug der Kaiserlichen über den Rhein (5 u. 6.). — Treffen beiAndernach ( 23 .). — Rückzug Möllendorf's ( 23 .). — Einnahme von Maestricht (4. Novbr.).
Die Platze im Norden waren wieder erobert worden. Scherer war bei der60,000 Mann starken Sambre- und Maasarmee eingerückt. Auf den Flügelngedeckt durch die Moselarmee bei Trier, durch Pichegru im holländischen Brabant,konnte sie mit großer Aussicht auf Erfolg angriffsweise zu Werke gehen. Jour-dan traf Anstalten hiezu. Es handelte sich darum, die Kaiserlichen zurückzudrän-gen, und sie von der Maas zu entfernen. Das sicherste Mittel zur Erreichungdieser Absicht war, sie zu umgehen und ihre Verbindungen zu bedrohen. Scherernahm 40,000 Mann, um den Uebergang über die Ourthe und die Ayvaille zusorciren, Latour über den Haufen zu werfen, der beide Flüsse vertheidigte, undbis auf die Straße nach Aachen vorzudringen. Während dieser Operation solltenstarke Demonstrationen gegen Maestricht und Lüttich das Centrum und den rechtenFlügel der Feinde festhalten.
Das Feuer begann vor Maestricht. Kleber fiel die Kaiserlichen in diesemPlatze mit solchem Nachdrucke an, daß er Clerfayt hiedurch täuschte. Währendsich am folgenden Tage seine ganze Aufmerksamkeit auf die Maas richtete, setzteScherer seine 3 Divisionen in Bewegung. Marceau debouchirte von Comblain,warf sich in die Ayvaille und formirte sich auf dem jenseitigen Ufer. Latour, hie-durch überrascht, wich auf die Höhen von Sprimont zurück; aber sein rechterFlügel behauptete sich an dem Flusse und die Franzosen mußten die Schlachtauf beiden Ufern eröffnen. Die Kaiserlichen wurden von Marceau so lebhaftgedrängt, daß sie diesen Vortheil ihrer Stellung nicht zu benützen vermochten.Schon verloren sie ihren Stützpunkt an der Ayvaille, als eine republikanischeBrigade die Brücke bei Esneur forcirte, und in ihrer rechten Flanke deployirte.In diesem Augenblicke fand ein allgemeiner Sturmangriff statt, in geschlossenenColonncn wurden die Höhen erstiegen; Latour zog sich hinter die Vesder zurück,wo er die Nacht zubrachte.