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Die schwache, meist aus Cavalerie bestehende Abtheilung bei Linnich wardvon Lefebvre bald verdrängt, zündete aber die Brücke an, und unterhielt ein sowirksames Feuer auf diesem Punkte, daß es ihm erst in der Nacht gelang, die-selbe wieder herzustellen. Das französische Centrum unter Jourdan's persönlicherLeitung vertrieb Kray's Vortruppen aus Aldenhovcn und schritt dann zum Angriffeseiner durch Feldschanzen verstärkten Stellung, welche Kray, von Hambach aus unter-stützt, mehrere Stunden behauptete, bis ihn die Ueberzahl der Republikaner zumRückzüge hinter Jülich zwang. Die Division Morlot, etwas links geschoben,suchte unterhalb dieser Festung vergeblich einen Uebergang und schloß sich amAbende bei Linnich an Lefebvre an. Hatry, im Marsche aufgehalten, erreichte erstspät die Roer, und kam, da er sie nicht überschreiten konnte, gar nicht zumGefechte.
Am lebhaftesten und entscheidend für den beabsichtigten Zweck war der Kampfauf dem rechten Flügel, wo Scherer die Division Hacquin zur Umgehung der lin-ken Flanke der Oesterreicher über Winden entsendet hatte, und durch die DivisionMayer bei Lindersdorf den Uebergang erzwingen lasicn wollte. Nachdem er ver-geblich mehrere Stunden auf den Angriff dieser beiden Colonnen gewartet, ließer Marceau gegen Winweiler rücken; nach einem hitzigen Gefechte gelang esdiesem, den Ort zu nehmen, die Roer zu überschreiten, und Düren mit stürmen-der Hand zu erobern. Latour, durch einige Bataillone verstärkt, setzte hier seinenweiter« Fortschritten Grenzen; gegen 3 Uhr Nachmittags hatte endlich Mayerbei Lindersdorf den Uebergang erzwungen, ward aber durch ein lebhaftes Ge-schützfeuer genöthigt, sich links zu ziehen, um sich mit Marceau zu verbinden,was ihm gegen Abend auch gelang. Es blieb noch der Angriff auf Latour'sStellung zwischen Frauwillersheim und Merzenich auszuführen, als endlich gegen7 Uhr Hacquin nach einem laugen Gefechte in dem Walde bei Kreutzau, imAnmarsch auf Jacobsweillesheim erschien, und den linken Flügel der Oesterreicherbedrohte. Diese Bewegung veranlaßte den Rückzug Latours und hierauf den derganzen Armee, welcher noch in der Nacht begonnen ward. Latour ging nachModerath und schloß sich dann au das Hauptcorps, welches am 3tcn bei Nuß-dorf und am 4ten vorwärts Cöln lagerte. Den eigenen Verlust gaben dieKaiserlichen offenbar zu gering, nur zu 91 Mann an. Die Franzosen gestehen2000 Mann zu.
Am Tage nach der Schlacht ward Jülich berennt und capitulirte. Kleberwendete sich rückwärts zur Belagerung von Maestricht und Jourdan folgte Cler-fayt. Die Kaiserlichen hielten sich hinter der Erst nicht auf; sie überschritten denRhein bei Cöln und Bonn. Ihr Rückzug nöthigte auch Melas, auf den Straßennach Coblenz und Andernach zurückzuweichen, wobei ihn die Moselarmee verfolgte.
Dieser letztere General traf gleichzeitig bei Andernach mit Marceau ein, derden äußersten rechten Flügel der Sambre - und Maasarmce bildete; gegenCoblenz zurückgedrängt, räumte Melas auch diesen Punkt nach kurzem Widerstände,und die Franzosen hielten ihren Einzug in das alte Hauptquartier derEmigranten.