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Borhut angegriffen, zog er sich an die Lahn zurück, wo Wartensleben auf seinemlinken Flügel Stellung nahm. Jetzt entwickelte sich Marceau von Neuwied undCoblenz aus. Die ganze Armee rückte an das rechte Lahnufer. Clerfayt zog seinenUnterfeldherrn zu Hülfe; weil er jedoch eine Bewegung Pichcgru's befürchtete,zog er sich nach einem kurzen Widerstände bei Dich und Limburg hinter denMain zurück. Jourdan ließ Marceau vor der Festung Ehrenbreitstcin zurück, undverfolgte Clerfayt.
Die Rhein- und Moselarmee setzte sich in den Besitz von Mannheim. DieserPlatz gehörte dem Churfürsten von der Pfalz; zu Ende des verflossenen Feldzugeshatte man den Brückenkopf genommen, der schon so oft den Rückzug der Kaiser-lichen gedeckt hatte. In der Kapitulation war festgesetzt worden, daß die Stadtnicht besetzt werden sollte, außer in dem Falle, wenn eine französische Armee denRhein überschritte. Sobald Jourdan sich auf dem rechten Ufer festgesetzt hatte,verlangte Pichegru die Erfüllung dieser Clausel, worauf 12,000 Mann inMannheim einrückten.
Der Augenblick großer Erfolge schien gekommen. 150,000 Mann, deren Rü-cken gedeckt war, konnten ihre Vereinigung vollziehen, und sich gegen die feind-lichen Generale wenden. Der Ausschuß bot Pichegru den Oberbefehl an, undJourdan war bereit, sich freiwillig unter dessen Commando zu stellen. Allein Pi-chegru, den die Siege der Nordarmee auf den Gipfel des Ruhmes erhoben hat-ten, zeigte sich desselben nicht mehr würdig. Er kam zu keinem Entschlüsse, ver-weigerte die Uebernahme des Oberbefehles über beide Heere, und zeigte in seinenBewegungen eine Schlaffheit, welche den Verdacht des Verrathes erregte. Er istnicht freizusprechen von dem Vorwürfe, daß er sich freiwillig habe schlagen lassen.
Statt den Rhein mit seinen gesammten Streitkräften zu überschreiten, sich amNeckar festzusetzen, in Heidelberg festen Fuß zu fassen, und dadurch die Trennungder beiden kaiserlichen Armeen zu sichern, beschränkte er sich darauf, aus Mann-heim jene 12,000 Mann nach Wieblingen vorzuschicken. Hier wurden sie vonClerfayt's Generalen geschlagen und unter die Wälle von Mannheim zurückge-worfen.
Clerfayt, auf dieser .Seite gesichert, zögerte nicht, sich gegen die Sambre-nnd Maasarmee zu wenden. Jourdan war bis an den Main vorgedrungen, alleindie Nothwendigkeit, Ehrenbrcitstein und Mainz zu maskiren, hatte ihn um 4"Divisionen geschwächt. Die Kaiserlichen, an Zahl überlegen, manövrirten in seinelinke Flanke und conzentrirten sich bei Bergen an der Nidda. Die Entfernungvon Bergen an die Lahn beträgt kaum 12 Stunden; eben so weit ist es von derLahn bis an die obere Sieg, und die Richtung dieser Flüsse ist von der Art,daß der Weg vom Main nach Siegburg um ein Drittheil größer ist. Jourdanmußte daher befürchten, auf der linken Flanke überflügeltund von seiner Rückzugslinieabgedrängt zu werden. Er führte daher eine Frontveränderung aus und nahmStellung vom Main gegen Limburg; hierauf, beunruhigt durch Pichegru's Un-thätigkeit, der, statt ihn zu unterstützen, dem Feldmarschall Wurmser gestattete,Clerfayt zu verstärken, und ihn der Gefahr aussetzte, mit dem Rücken an den