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Wesen, von seinem linken Flügel, der zum größten Theile nicht gefochten hatte,einen lebhaften Angriff unternehmen zu lassen. Der Verlust in dieser Schlachtdarf auf beiden Seiten so ziemlich gleich angenommen werden, laßt sich übrigensnicht nachweisen.
Moreau's Unschlüssigkeit war schuld, daß die Ocsterreicher unvcrfolgt ausihrer bedenklichen Lage kamen. Der Erzherzog gieng in mehreren Colonnen beiDillingcn und Donauwerth über die Donau, ließ die dortigen Brücken sprengen,und zog sich hinter den Lech zurück, wo auch Fröhlich, Condö und seine Verstär-kungen einrückten, so daß er sich an der Spitze von 60,000 Mann sah.
Die Schlacht bei Neresheim hatte keine Folgen; es stand in Moreau's Hand,sie für den ganzen Feldzug entscheidend zu machen. Solbald das linke Donau-ufer gesäubert war, konnte er sich rasch gegen Jourdan wenden, der damals beiNürnberg stand, und beide vereinte Armeen wären sofort in der Lage gewesen,dem'Wiener Cabinete den Frieden zu dictircn. Allein die verhängnißvollen Jn-structionen des Dircctoriums schrieben ihm vor, auf dem rechten Ufer zu operiren;er wagte es nicht, die Ueberschreitung dieses Befehles auf sich zu nehmen, undtraf daher Anstalten, die von dem Feinde abgebrochenen Brücken wieder herzu-stellen, in der Absicht, an den Lech zu rücken. In derselben Zeit näherte sichJourdan der Nab. Der Raum zwischen beiden republikanischen Armeen erwei-terte sich fortwährend, und die Sambre - und Maas-Armee bot den Streitkräf-ten des Erzherzogs die Flanke. Die verderblichen Folgen dieser Bewegungen wur-den im vorigen Kapitel gezeigt. Der Erzherzog verstand es, sie mit seltener Ge-schicklichkeit zu ergreifen. Um seine Bewegung zu maskiren, und Morcau festzu-halten , ließ er Latour mit 35,000 Mann am Lech, und gieng mit 25,000 MannKcrntruppen in 2 Colonnen bei Neuburg und Jngolstadt über die Donau. Hiererfuhr er, daß Wartensleben bis an die Nab zurückgewichen sey; er manövrirtesofort entlang der Altmühl und rückte über Riedenburg gegen Bernadotte's Front,während Hotze ihn über Dietfurt und Beilengries nmgicng.
Morcau glaubte dadurch, daß er in Baiern eindrang, eine mächtige Diversionzu bewirken. Auch jetzt verfehlte er den richtigen Weg. Nicht Latour, sondernden Erzherzog mußte er bedrohen; er mußte diesem an die Pegnitz folgen, ihngegen die Sambre - und Maas-Armee drängen und ihn dadurch zwischen zweiFeuer bringen.
Der Uebcrgang über den Lech ward auf drei Punkten forcirt; Latour wardbei Friedbcrg geschlagen und aus den Straßen nach München und Regensburgverfolgt. Aber dieses günstige Gefecht hatte keine Folgen. Der Erzherzog, weitentfernt davon Notiz zu nehmen, beschränkte sich darauf, Nauendorfs Corps zurVerstärkung Latour's nach Amberg zu senden, während er seinen raschen Marschan den Main fortsetzte. Inzwischen rückte Moreau immer tiefer in Baiern ein.Sein rechter Flügel und seine Mitte, flankirt durch Desair bei Geisenfeld, be-drohte München und Freystng, als Nauendorf in die Linie einrückte, Desairangriff und von ihm vollständig geschlagen wurde. Dieser Umstand veranlaßteMoreau, sich der Donau zu nähern und eine starke Recognoscirung auf das linke