180
und die Belagerungsdivision ihre alte Stellung am Eingänge der Dämme undgegenüber der Citadelle wieder bezog.
Da Bonaparte's Erscheinen am Eingänge in die Tiroler Pässe dessen Ver-einigung mit Moreau befürchten ließ, so befahl der Hofkriegsrath dem Feld-marschall Wurmser, wieder zum Angriffe überzugehen und den Krieg an dieuntere Etsch oder in Mantua's Ebene zu spielen. Seine neu organisirten Divi-sionen hatten einige Verstärkungen erhalten, so daß er sich wieder an der Spitzevon 20,000 Mann befand. Die Franzosen dagegen durch das feindliche Feuerund durch Krankheiten beträchtlich geschwächt, hatten ihre Verluste trotz der drin-genden Gesuche ihres Obergcnerals nicht wieder herzustellen vermocht, und dasVerhältniß der beiden Heere blieb daher so ziemlich das frühere.
Wurmser ließ Davidowich nebst der Division des Fürsten von Reuß undVukassowich (20,000 Mann) in der Umgegend von Roveredo stehen. Mit dendrei Divisionen Mezaros, Sebottendorf, Quosdanowich und der Reserve-Reiterei(30,000 Mann) senkte er sich längs der Schluchten der Brenta, um Dicenzazu erreichen, und Verona und Legnago in der Front anzugreifcri.
Bonaparte, der diese Operation voraussah, hatte den Beschluß gefaßt, selbstvorzurücken. An der untern Etsch stellte er von Verona bis Legnago 4000 Mannder Reserve unter Kilmainc auf. Den Generalen Massen« und Augereau befahler, auf der Tiroler Straße, und dem General Vaubois (der reorganisirten Di-vision Säuret) entlang der Chicsa vorzurücken. Diese drei Divisionen zähltengegen 30,000 Mann.
Die Division des Fürsten Reuß stand im Lager bei Mori, ihre Vorhut hattedie Brücke über die Sarca besetzt; Vukassowich stand an dem Defitce von SauMarco und bei Roveredo; die Reserve deckte das Dcfilee von Caliano.
Am 4ten September wurden diese Stellungen gleichzeitig angegriffen. VauboisVorhut forcirte den Sarca-Uebergang, worauf die ganze Division in die Ver-schanzung des Fürsten Reuß eindrang, und bis an die Etsch Roveredo gegenübervorrückte.
Auf dem linken Ufer fiel Massen« den Engpaß von Sän Marco mit Ungestüman. Bonaparte hatte die Taktik des Gebirgskrieges schnell sich zu eigen gemacht.Um Massen Infanterie, Reiterei und Artillerie, welche in enge Schluchten ein-gezwängt sind, zu besiegen, reicht es hin, daß man die vordersten erschüttere;dadurch entsteht Unordnung und Verwirrung, welchen nicht mehr abzuhelfen ist.
Bei Sän Marco treten die Berge sehr nahe an den Fluß heran, und derganze Zwischenraum war mit Kaiserlichen angefüllt. Bonaparte warf kühneSchützen auf die Höhen, welche die Feinde von oben beschoßen; hierauf dirigirteer im entscheidenden Augenblick die 18te Halbbrigade in geschlossenen Bataillons-colonnen vor, worauf der Kampf Mann gegen Mann begann. "Mitten im Hand-gemenge führte die Reiterei einen glücklichen Angriff in die Flanke des Feindes aus,die durchbrochen wird, und erst bei Roveredo wieder Halt macht. Man verfolgtihn Schritt vor Schritt mit dem Bajonette.
Victor drang mit der 18ten Halbbrigade auf der Hauptstraße vor und reinigte