190
(sotten, mit Ausnahme der zur Bewachung der Brücke bestimmten Bataillone, aufdas linke Etschufer zurückgehen und zog auch die Brigade Guyeu eben dahin.
Die Oesterreicher zogen am 16. November noch vor Anbruch des Tages ihrerBestimmung entgegen, und etwas spater ließ auch Bonaparte seine Truppenwieder auf das linke Etschufer übergehen. Die Division Massena, in der gestri-gen Richtung vorgehend, stieß bei Zerpa auf Provera's Abtheilung, deren erstesBataillon, statt anzugreifen, zu feuern begann. Die ganze österreichische Colonnestockte und verfiel in ein regelloses Feuern, als französische Tirailleure, aus denunmittelbar am Flusse gelegenen Gebüschen ihre rechte Seite mit Wirkung be-schossen. Gedränge und Unordnung begannen einzureissen und wurden zur völli-gen Verwirrung, als General Brabek, der Führer der ersten Brigade, tödtlichgetroffen, zu Boden sank; die vordersten Bataillone wendeten sich zur Flucht,rissen die noch Geordneten am Ende der Colonne mit sieh fort, und alles stürzte,lebhaft verfolgt, bis Caldiero zurück, wo endlich mit Mühe die Ordnung wiederhergestellt wurde.
Mitrowsky hatte auf seinem Marsche ein Bataillon bei Sän Bonifacio ge-lassen, zwei Bataillone und eine Schwadron auf das linke Alpone-Ufer vorge-schoben, und führte die Hauptmasse auf dem Damme rechts des Alpone gegenRonco. Er traf auf die Division Augereau, mit der es sogleich zum Gefechtekam. Als aber Mitrowsky's Truppen die Flucht der andern Colonnen gewahr-ten, wichen sie zurück, und Augereau, der rasch nachdrängte, wäre mit denWeichenden zugleich über die Brücke von Areole gekommen, hätte ihn nicht dasmörderische Flankenseuer eines schnell an den Damm des linken Alpone-Ufers ge-rückten österreichischen Bataillons zum Umkehren genöthigt. Diesen günstigenMoment benützten die Oesterreicher, um die Truppen wieder zu ordnen und auffolgenden Punkten aufzustellen: 2 Bataillone und 1 Schwadron auf dem Dammegegen Ronco, 2 Bataillone und y 2 Schwadron auf dem Damme des linken Al-pone-Users gegen Albaredo; 4 Bataillone in Reserve bei Arcole; eine Abtheilungbei Desmonta, von wo aus das linke Ufer des Alpone bis zu seiner Mündungin die Etsch besetzt wurde.
Die Republikaner kehrten bald zum Angriffe zurück, und während des ganzenTages wogte der Kampf auf dem beschränkten Raume des Dammes zwischenArcole und Ronco vor- und rückwärts. Sobald die Franzosen bis in den Bereichdes Flankenfeuers vom linken Ufer des Alpone vordrangen, sahen sie sich durchdessen Wirkung gezwungen, zu weichen; folgten die Oesterreicher über den Punkthinaus, wo diese wichtige Unterstützung aufhörte, so wurden sie gedrängt. Bona-parte überzeugte sich endlich von der Unmöglichkeit, den Uebergang bei Arcolezu erzwingen, und dachte auf andere Mittel, den Feind aus seiner VortheilhaftenStellung zu vertreiben. Er ließ an einem Faschinendamme durch den Sumpf undden Alpone kurz vor seiner Mündung arbeiten, und sendete den Generaladjutan-ten Vial mit einigen Bataillonen über die Etsch zurück, um sie weiter unterhalbzu Durchfurchen und in Gemeinschaft mit der dazu angewiesenen Besatzung vonLegnago die Oesterreicher im Rücken zu bedrohen. Alles war jedoch vergeblich,