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schwarzen Meeres abgenommen. Egypten, unterdrückt durch die Miliz der Mame-luken, befand sich in einem dauernden Zustande der Unbotmäßigkeit.
In Syrien spottete eines jener ephemeren Reiche, die im Oriente sich erhobenund verschwanden, ihrer Macht. Zwar bestand es nicht mehr, allein die feind-lich gesinnten Volksstämme warteten nur die Erhebung einer Fahne ab, um sichihr gegen die Türkei anzuschließen.
Es war die Absicht, die Türkei entweder zu regeneriren, oder ihr hinreichendeKraft zu verleihen, damit sie die Höfe von Wien und Petersburg im Schach zuhalten vermöge, oder endlich ihren Untergang zu beschleunigen und sie durch eineneue, der Republik ergebene Regierung zu ersetzen. Man wollte festen Fuß imOriente fassen, die englischen Niederlassungen in Indien bedrohen und dem Han-del des Mittelmeeres neues Leben verschaffen.
Diese großen Entwürfe, welche die kühnsten Minister der vergangenen Zeitals chimärisch verworfen haben würden, fanden nur sehr geringen Widerspruch.Die italienische Armee erhielt die Bestimmung, nach Egypten überzusetzen, dasnur noch dem Namen nach den Osmanen gehörte, und es den Mameluken zuentreissen. Die Hauptbedingung für den Erfolg dieser Unternehmung war das Ge-heimniß; es war daher unmöglich, sich mit dem Divan in's Einverständniß zusetzen. Ein berühmter Unterhändler (Talleyrand) erhielt Befehl, kurze Zeit nachder Abfahrt der Flotte, nach Constantinopel abzugehen, um den Sultan zur Er-neuerung der alten Verträge mit Frankreich zu bewegen, indem man ihm Egyp-ten und den Beistand der bisher siegreichen Legionen als Unterpfand des neuenBündnisses anbot.
Unter dem Namen des linken Flügels der englischen Armee näherten sich dieTruppen den Küsten. Transportschiffe wurden zu Toulon, Genua, Civita-Vec-chia und Bastia gemiethet. Zu ihrer Geleitung vereinigte man 13 Schiffe vonhohem Bord und 90 Kriegsschiffe, welche 10,000 Mann Seetruppen an Bordhatten, und von dem Gegenadmiral Brueys befehligt wurden.
Mit Staunen sah Europa die drohende Entwicklung der französischen See-macht nach so vielen Unfällen. Die Bestimmung dieser Rüstung ward sorg-fältig verborgen gehalten. Man wußte, daß Ingenieure, Gelehrte, Künstler ein-geschifft werden sollten, und man erschöpfte sich in Vermuthungen über den Zweckdieser unermeßlichen Vorbereitungen. Bald kam man auf die britischen Inseln,bald auf Portugal, und die englischen Geschwader durchzogen mit Vernachläßigungdes Mittelmeercs den Ozean, um die verwundbaren Punkte zu bewachen.
Inzwischen traf Bonaparte zu Toulon ein, wo sich das Admiralschiff und diestärkste Division befand. Bei dem Anblicke des Schauplatzes seiner ersten Waf-fenthaten, der Veteranen von Arcole, welche ihn mit ihrem Jubelrufe begrüß-ten, bei dem Anblicke der majestätischen Flotte, die ihn einem neuen Geschickeentgegenzuführen bestimmt war, mußte er ein Vorgefühl seiner künftigen Größeempfinden. Widrige Winde hielten ihn einige Tage zurück; endlich am 19. Mailiefen mehr als 300 Kriegs - und Transportschiffe bei prachtvollem Wetter aus.Am Abende hatte man die offene See erreicht. Die übrigen Transport-Geschwa-