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den Wall. Sofort unterwarfen sich die Einwohner, und nahmen die Franzosenauf, welche sich als Verbündete des Sultans ankündigten, und zur Befreiung desLandes von dem Joche der Mameluken gekommen zu seyn, angaben.
Diese berühmte Miliz war auch in der That der einzige Feind, den man zubekämpfen hatte. Sie zahlte damals 7 — 8000 Reiter von erprobter Tapferkeit.Trotz der Anwesenheit eines vom Sultan ernannten Pascha's war sie im Besitzedes Landes und gehorchte nur ihren eigenen Häuptern oder Beys, von denenjeder in seiner Provinz unabhängig herrschte, wobei alle jedoch zweien aus ihrerMitte eine Art Obergewalt einräumten; diese beiden waren Ibrahim und Murad.Der erste stand in dem Rufe großer Klugheit und administrativer Fähigkeit; derzweite war berühmt wegen seiner Tapferkeit, seines richtigen Blickes und seinesGlückes im Kriege. Der letztere gieng der französischen Armee an der Spitzeseiner furchtbaren Reiterei, der türkischen Milizen und der Araber der Wüsteentgegen.
Egypten bildet bekanntlich ein schmales, langes, durch zwei Bergketten ein-geschlossenes Thal; diese Bergketten bezeichnen rechts und links vom Nil die Gren-zen der Wüste. Etwas unterhalb Cairo theilt sich der Fluß, und seine durchzahlreiche Kanäle verbundenen Arme befeuchten ein weit ausgedehntes Land. Dergewöhnliche Weg von Alerandria nach Cairo führt am linken Nilufer stromauf-wärts. Aber dieser Weg zieht anfangs entlang dem Meere, wird dann durchden See Edkou und weiter hin durch die Wüste eingeengt. Diese Beschaffenheitdes Terrains eignet sich sehr zum Widerstände; allein Bonaparte's Combinationenließen den Beys keine Zeit, ihre Vortheile zu benützen.
Alerandria ward mit leichter Mühe beruhigt, da man sich darauf beschränkte,nur von dem Eigenthume der Mameluken Besitz zu ergreifen; die türkischen undarabischen Beamten behielten ihre Stellen und bezeugten die friedlichsten Gesinnun-gen. Inzwischen bewerkstelligte die ganze Armee ihre Landung; die Transport-schiffe liefen in den Hafen ein; da er für die Kriegsschiffe nicht tief genug war,so segelten diese nach der Rhede von Abukir. Kleber, der leicht verwundet wor-den war, ward zum Gouverneur von Alerandria ernannt, worauf die Erpe-ditionsarmee in zwei Colonnen getheilt, vorrückte. Die Hauptcolonne unter Desairrichtete ihren Marsch direkt durch die Wüste auf Damanhur am Nil. Die andereschlug den gewöhnlichen Weg ein und rückte auf Rosette, um der Flotille, welcheden Nil Hinaussegeln sollte, diesen Fluß zu eröffnen. Beide Colonnen waren be-fehligt, sich bei Ramanieh zu vereinigen. Dieser Marsch war kühn; man hattemit brennender Hitze, mit Durst, verzehrendem Staube und den Anfällen derAraber zu kämpfen; man umgieng jedoch die schwierigen Stellen der Straße, anwelchen der Feind die meisten Vertheidigungsmittel finden konnte; dadurch gelanges, sich vor demselben im Nilthale zu conzentriren.
Nach zweitägigen unerhörten Leiden und Strapatzen, welche die Truppen mitbewundernswerthcr Ausdauer ertrugen, gelangte man an die Ufer des Flusses,und machte einige Stunden Halt, ehe man gegen Ramanieh vordrang. Bei die-sem Punkte stieß Desair auf eine Vorhut von 800 Mameluken, welche eben